Wer wir sind und wie wir beraten

Unsere Serviceleistungen finanzieren sich überwiegend durch Aufträge der Gewerkschaft ver.di, die damit ihren rund 30.000 solo-selbstständigen Mitgliedern, bei allen beruflichen Fragen zur Seite steht. Unsere Informationen und die Beratung sind auch Nicht-Mitgliedern zugänglich, damit die Kompetenz der ver.di allen Solo-Selbstständigen nutzt und sie nicht durch unnötige Konkurrenzen die Bedingungen für alle verschlechtern. An unseren Kosten werden Nicht-Mitglieder jedoch durch eine Beratungsgebühr und einen höheren Preis für den Zugang zum "Ratgeber Selbstständige" beteiligt.

Details zu den Fragen, warum ver.di Solo-Selbstständige vertritt und organisiert und was konkret die Gewerkschaft tut und anbietet, sind in verschiedenen Informationsblättern und -broschüren zu finden.


Wie wir beraten können und wollen

Wir beraten umfassend zu allen unmittelbar beruflichen Fragen der Selbstständigen ohne Angestellte. Beispielsweise zu Honoraren und Branchenentwicklungen, zur Sozialversicherung und Vertragsfragen. – Aus langjähriger Erfahrung wissen wir: Es gibt keine falschen Fragen, aber solche, die wir nicht beantworten können, dürfen oder wollen. Die folgende Punkte sollen helfen, den Umfang und die Grenzen unserer Beratung einzuschätzen:
  • Die Beratung leisten fachkundige Selbstständige für ihre Kolleginnen und Kollegen. Unser Konzept ist die Hilfe zur Selbsthilfe, die kein eigenes Handeln ersetzen soll oder kann.
  • Wir geben Tipps und Hilfestellungen um Interessen gegenüber Auftraggebern, Finanzämtern und Sozialkassen durchzusetzen.
  • In der Regel erfolgt keine Beratung zu Finanzanlagen, speziellen Sachversicherungen, Rentenangelegenheiten, Garantie- oder Mietfragen: Es ist es nicht unser Ziel aber auch nicht unsere Kompetenz, Fragen zu beantworten die auch Selbstständige betreffen, jedoch ein extem spezielles Fachwissen verlangen.
  • mediafon ist keine allgemeine Berufsfeld- oder Ausbildungs-Beratung. Einsteigerinnen und Einsteiger in die Selbstständigkeit können nur beraten werden, wenn sie sich vorher erkenntlich über die geplante Tätigkeit kundig gemacht haben und konkrete berufliche Fragen haben.
  • mediafon berät zu konkreten Rechts-, Vertrags- und Steuerfragen - entsprechend der gesetzlichen Vorschriften - nur im Auftrag der ver.di und nur deren Mitglieder.
  • Zu Rechts-, Vertrags- und Steuerfragen können auch ver.di-Mitglieder nur Basis-Informationen erwarten. Rechtsbesorgung und Rechtsvertretung ist den Anwältinnen und Anwälten der Gewerkschaft vorbehalten, denn wir haben weder Volljuristen noch Steuerberater im Team. Die Vorbereitung individueller Steuererklärungen, einer Klage, die Durchsicht kompletter Verträge oder auch die rechtliche Begutachtung von Einzelfällen benötigt Ressourcen und Sachkunde, die wir im Rahmen einer kollegialen Beratung nicht vorrätig halten können. Daher verweisen wir ver.di-Mitglieder ggf. an den Rechtsschutz vor Ort oder auch auf eine Steuerberatung.
  • Wir empfehlen keine konkreten Steuerberater oder Rechtsanwälte, da wir deren Qualität nicht prüfen können.
  • In der Beratung werden rechtliche und moralische Grenzen eingehalten. Es findet bspw. keine Beratung statt, die darauf abzielt, Steuern rechtswidrig zu verkürzen, eine Scheinselbstständigkeit zu kaschieren oder einen Versicherungsschutz durch Falschangaben zu erlangen.
  • Für die Richtigkeit unserer Auskünfte können wir keine Gewähr oder Haftung übernehmen.

Ein notwendiger Exkurs zu den Vertragsfragen

Die größten Missverständnisse gibt es erfahrungsgemäß zur Frage, ob und wie wir Verträge beurteilen können. Hier scheint es auch witzige Vorstellungen in manchen ver.di-Geschäftsstellen zu geben, die pauschal behaupten, wir würden alle Verträge prüfen (können), die Selbstständigen so unterkommen. Das Vertrauen ehrt uns, da ist – siehe oben – die Latte aber etwas zu hoch gelegt.
Zum einen gibt es viele nicht konkret berufliche Verträge und Rechtsfragen – etwa beim Ärger mit Telefongesellschaften, bei Garantiefällen oder Mietstreitigkeiten – zu denen wir uns schlicht nicht auf dem Niveau einer spezialisierten Anwaltskanzlei auskennen (können). Zudem haben wir nicht die Ressourcen, mal eben jeden Vertrag durchzugehen, den Selbstständige in ihrem Berufsleben so abschließen...
Bei Verträgen mit Auftraggebern beraten wir soweit unser Wissen reicht. Dabei ist es für alle Beteiligten am einfachsten und besten, wenn nur die Dinge besprochen werden, die tatsächlich fraglich sind. Wir können bei sehr allgemeinen Anfragen schlicht nicht wissen, wo die Anfragenden Schwierigkeiten sehen oder Verständnisprobleme haben. Daher erwarten wir, dass sich die Anfragenden, über das, was sie unterschreiben wollen oder sollen, erst einmal umfassend informieren, aber zumindest ihre Verträge auch einmal selbt durchlesen und dann speziell die Paragrafen oder Passagen nennen, die dann noch zu klären sind. Zwei Praxisbeispiele, was geht und was nicht geht:
  • Eine Anfrage, ob ein Vertrag (der so lang ist, dass man keine Lust hatte ihn selbst zu lesen) soweit in Ordnung ist, können wir nicht beantworten. – Da hatten wir schon Verträge, die mit Ausschreibungs- und Sonderbedingungen weit über 100 Seiten umfassten.
  • Bei einem einfachen, kurzen Vertrag ist es meist kein Ding, den komplett zu lesen und einzuschätzen (was wir selbstverständlich nur bei ver.di-Mitgliedern tun).
Und last not least: Fragen bei denen sich eure Anwälte oder Steuerberater unsicher sind – auch die werden regelmäßig gestellt – werden wir ebenfalls meist nicht besser oder gar endgültig klären können. Dafür sind im Zweifel die obersten Bundesgerichte da.

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Quelle: www.mediafon.net//freie_seite.php3?hauptkategorie=ueberuns&unterkategorie=&view=print&si=59d7fce33d7c4&lang=1
Druckdatum: 17.10.2017, 13:29:03