Empfehlungen, Honorare und AGBs

Literatur: Vergütungsregeln Belletristik 
Der Verband Deutscher Schriftsteller in ver.di (VS) und eine repräsentative Anzahl deutscher Belletristikverlage haben seit Juli 2005 gemeinsame Vergütungsregeln für Autoren belletristischer Werke unterzeichnet.

Demnach erhalten Autorinnen und Autoren im Regelfall bei Hadcover-Ausgaben zehn Prozent vom Nettoverkaufspreis ihrer Bücher. Deutlich niedriger ist das angemessene Honorar für Taschenbuch-Ausgaben: 5 Prozent mit festen Steigerungsstufen bei hohen Auflagen. Die Beteiligung an Nebenrechten beträgt 50 Prozent bei buchnahen Nebenrechten (z.B. Übersetzung) und 60 Prozent bei buchfernen Nebenrechten (z.B. Medienrechte).

Mit den neun repräsentativen Belletristik-Verlagen wurde mit den Vergütungsregeln das "angemessene Honorar" definiert, auf das Autorinnen und Autoren nach § 32 UrhG Anspruch haben und das sie notfalls einklagen können – auch wenn ihr Vertrag ein niedrigeres Honorar enthält. Diese Regeln seien "eine wirksame Absicherung gegen Honorardumping", sagte der damalige VS-Vorsitzende Fred Breinersdorfer, dennoch sei es nicht leicht gefallen, sie zu unterzeichnen. Nicht den Erwartungen entspricht zum Beispiel, dass sich die Autoren nach dieser Vereinbarung verpflichten, dem Verlag künftig auch die Rechte an allen heute noch unbekannten Nutzungsarten einzuräumen, wofür die Verlage jedoch zu einer angemessenen Vergütung verpflichtet sind.

Die Einigung ist Ergebnis einer Mediation durch das Bundesjustizministerium. Die Verleger hatten zunächst ihren Börsenverein für nicht zuständig erklärt und anschließend die eigens zu diesem Zweck gegründet "Verlegervereinigung Belletristik" wieder aufgelöst. Verabschiedet wurde die Vereinbarung schließlich unter der "Schrimherrschaft" des Börsenvereins von den Verlagen
  • Berlin-Verlag,
  • Fischer,
  • Hanser,
  • Antje Kunstmann,
  • Lübbe,
  • Piper,
  • Random House,
  • Rowohlt und
  • Seemann-Henschel.
Wenn auch die Vereinbarung formal nur für diese Verlage gilt, ist damit doch ein eindeutiger Maßstab gesetzt, an dem die Gerichte auch bei Streitigkeiten mit anderen Verlagen das "angemessene Honorar" bemessen dürften.

(10.06.2005)

Verweise zu diesem Artikel:
Zum Vertrag im Volltext
mediafon-Ratgeber zum Anspruch auf ein angemessenes Honorar

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Quelle: www.mediafon.net//meldung_volltext.php3?id=43146cd869658&akt=empfehlungen_empfehlungen&view=print&si=5a064c3b23c5c&lang=1
Druckdatum: 21.11.2017, 05:22:27