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Allgemeine News (Archiv)

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Integrationspolitik
Honorare für freie Lehrkräfte erneut gesunken 

Die Honorare für freie Lehrkräfte in Integrationskursen, die von der Bundesregierung finanziert werden, sind seit 2009 von damals schon erbärmlichen 18,35 € pro Unterrichtseinheit noch einmal auf nunmehr durchschnittlich 18,14 € gesunken. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion der Linken zu den Sparmaßnahmen bei Integrationskursen vom 6. September hervor.


Es war noch lange kein Grund zum Aufatmen, aber immerhin: In den Jahren 2006 bis 2009 war das Durchschnittshonorar für freie Lehrkräfte in Integrationskursen, die im Auftrag des "Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge" (BAMF) durchgeführt und von diesem finanziert werden, von 16,90 € auf 18,35 € pro Unterrichtseinheit (45 Minuten) gestiegen. Ein jämmerlicher Stundensatz, der – umgerechnet auf die Bedingungen des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst – einem Angestellten-Gehalt von etwa 950 € im Monat entspricht.

Aber nicht einmal so viel gibt es heute mehr. Obwohl die Bundesregierung zugesagt hat, Bildungsträger, die weniger als 15 € pro Stunde zahlen, nur noch auf ein Jahr befristet und in Zukunft gar nicht mehr zuzulassen, sind die Honorare im Jahre 2011 wieder gesunken – auf nunmehr 18,14 €: 73,5 Prozent der Träger zahlen weniger als 20,- €, und ganze 1,5 Prozent liegen mit ihren Honoraren über 25,- € (was einem Lehrer-Monatsgehalt von etwa 1.200 € entspricht). Dabei basieren diese Zahlen auf den Antworten der Bildungsträger bei einer Abfrage des BAMF zur Lehrkräftevergütung – und es ist in der Branche ein offenes Geheimnis, dass etliche Träger, um die Zulassung nicht zu verlieren, dem BAMF höhere Honorare nennen, als sie tatsächlich bezahlen. Aus den bei mediafon genannten Bildungshonoraren ermittelte das Netzwerk Weiterbildung für diesen Zeitraum einen Durchschnittswert von 17,57 € in Integrationskursen.

Dramatisch an der Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage "Auswirkungen der Sparmaßnahmen bei Integrationskursen und andauernde unzureichende Bezahlung der Lehrkräfte" der Linken sind aber nicht nur die konkreten Zahlen, sondern auch die Ignoranz, mit der die Regierung erklärt, das sei schon alles in Ordnung so, und für eine Änderung der Praxis, dass bei der Vergabe von Integrationskursen grundsätzlich immer der billigste Anbieter den Zuschlag bekommt, gebe es keinen Anlass. Verantwortlich für die unzureichende Praxis seien allein die Kursträger, auf deren Verträge das BAMF "keinen unmittelbaren Einfluss" nehmen könne, und "von einer generell schlechten finanziellen Ausstattung der Kursträger" könne "insgesamt keine Rede sein".

Als allerdings die zuständigen Landesminister die Bundesregierung Anfang 2011 aufforderten, "durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen, dass die Lehrkräfte für ihre wichtige Arbeit angemessen entlohnt werden",, holzte die Regierung zurück, "dass der Bund für die Finanzierung und Durchführung der Integrationskurse allein zuständig ist". Basta.

(10.10.2011)

Verweise zu diesem Artikel:
Die komplette Antwort der Bundesregierung im Volltext (40 Seiten!)
Zusammenfassung der Antwort durch das Netzwerk Weiterbildung
Permanente Honorarumfrage von mediafon (Bitte eigene Honorare eintragen!!!)

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