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Branchenkonjunktur
Endlich geschafft: Stundensatz-Rekord im IT-Bereich 

Nach einer Stagnation um die Jahreswende haben die Selbstständigen im IT-Bereich ihre Preise wieder heraufgesetzt. Im letzten Halbjahr lag ihre durchschnittliche Stundensatzforderung mit 74 € so hoch wie noch nie in diesem Jahrtausend. Das geht aus der jüngsten halbjährlichen Auswertung des Freiberuflerportals gulp.de zum Stichtag 1.8.2012 hervor.


In die Auswertung eingegangen sind die Daten von rund 80.000 Selbstständigen, die ein Profil bei GULP haben, sowie rund 85.000 Projektanfragen, die vom 1.2. bis zum 31.7.2012 über GULP abgewickelt wurden. Die wichtigsten Ergebnisse:
  • Mit 74 € liegen die durchschnittlich verlangten Stundensätze so hoch wie noch nie seit 1998, als GULP zum ersten Mal eine solche Auswertung veröffentlichte. Gegenüber den 67 € im entsprechenden Zeitraum des Jahres 2000 bedeutet das freilich nur eine Steigerung um zehn Prozent in zwölf Jahren – das ist nicht einmal ein Prozent im Jahr. Also nichts, worauf man so richtig stolz sein könnte.
  • Die von den Auftraggebern "kontaktierten" Stundensätze stagnierten dagegen im letzten Halbjahr bei 72 €, womit sie weiterhin unter ihrem bisherigen Höchststand von 73 € im Jahre 2008 liegen. Gegenüber dem Jahr 2000 (69 €) ist das eine Steigerung von nicht mal einem halben Prozent pro Jahr.
  • Tatsächlich gezahlt wurden nach einer anderen Erhebung von GULP jedoch ebenfalls 74 € – und damit zwei Euro mehr als zwei Jahre zuvor (Siehe Schlussbemerkung).
  • Auch in der Schweiz gab es eine leichte Zunahme der geforderten Stundensätze von 92 auf 93 €, womit der bisherige Höchststand des Jahres 2002 von 97 € freilich noch lange nicht wieder erreicht ist. In Österreich stagnierten die Forderungen bei 76 €.
  • Innerhalb Deutschlands schlossen die Postleitzahlenbereiche 4 . . . und 5 . . . mit einer Zunahme um einen Euro auf 75 € zu den bisherigen Spitzenreitern 2 . . . und 6 . . . auf; das Schlusslicht bildet mit großem Abstand weiterhin der Postleitzahlenbereich 0 . . . mit 67 € (+1) hinter 1 . . . mit 70 € (+1).
  • Aufgegliedert nach Lebensalter beginnen die durchschnittlichen Honorarforderungen mit 60 € (+1) für die 25 – 29Jährigen, steigen dann bis auf 77 € (+1) für die 45 – 49Jährigen an, um bis zur Gruppe der über 65Jährigen dann wieder bis auf 65 € (unverändert) abzufallen.
  • Unter den Berufsgruppen bleiben die Projektleiter mit 82 und die Berater mit 78 € (beide +1) vorn, während die Administratoren mit 60 € (+1) weiterhin das Ende der Tabelle bilden. Den vorletzten Platz nehmen wie schon bei früheren Auswertungen die Hardware-Entwickler mit 62 € (unverändert) ein.

(Zur Erläuterung: www.gulp.de wertet halbjährlich die Profile der dort eingetragenen IT-Selbstständigen aus und ermittelt dabei zum einen die durchschnittlichen Stundensätze, die in den Profilen als Forderung genannt werden. Zum anderen werden die "kontaktierten" Stundensätze ermittelt, also die durchschnittlichen in den Profilen genannten Forderungen derjenigen Selbstständigen, an die sich Auftraggeber mit Projektanfragen gewandt haben. In einer weiteren Erhebung fragt GULP nach den Stundensätzen, die letztendlich mit den Auftraggebern ausgehandelt und tatsächlich bezahlt wurden. Da hierbei aber nicht sämtliche abgewickelten Aufträge erfasst werden, kann das Ergebnis nicht den Anspruch erheben, repräsentativ zu sein.)

(07.09.2012)


Verweise zu diesem Artikel:
Die vollständigen Daten von GULP 1998 – 2012
Der mediafon-Ratgeber zum Thema "Was ist eigentlich ein angemessenes Honorar?"

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Quelle: www.mediafon.net//meldung_volltext.php3?id=504a044b78015&akt=news_allgemein&view=print&si=5a064c3b23c5c&lang=1
Druckdatum: 19.11.2017, 09:36:45