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Steuer-News

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Neues von der Steuergesetz-Bastelei
Bundesrat will Steuerabzug für Arbeitszimmer neu regeln 
Statt einen Höchstbetrag von 1.250 € im Jahr sollen Selbstständige für ihr häusliches Arbeitszimmer künftig in den meisten Fällen pauschal 100 € im Monat als Betriebsausgaben geltend machen dürfen. Diese umwälzende Neuerung steht im Entwurf für ein "Gesetz zur weiteren Vereinfachung des Steuerrechts 2013", den der Bundesrat am 14. Dezember beschlossen hat. Über andere Reformpläne hat inzwischen der Vermittlungsausschuss beschlossen.

Nachdem der Bundesrat mit der Ablehnung des Jahressteuergesetzes 2013 und des Gesetzes zur Vereinfachung der Unternehmensbesteuerung einige Steueränderungspläne der schwarz-gelbem Koalition vorerst gestoppt hatte, unternahm er mit einem eigenen Gesetzentwurf einen Anlauf, das Einkommensteuerrecht in seinem Sinne umzubauen und beschloss am 14. Dezember auf Antrag der Länder Bremen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein den Entwurf zum "StVereinfG 2013".

Neben einigen Vorschlägen, die vor allem für Arbeitnehmer interessant sind (wie der Anhebung des Arbeitnehmerfreibetrages von 1.000 auf 1.130 €), sieht der Entwurf als einzige für Selbstständige relevante Änderung eine Neuregelung der steuerlichen Abzugsfähigkeit eines häuslichen Arbeitszimmers vor. Danach können die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer weiterhin in voller Höhe abgezogen werden, wenn
  • "das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen oder beruflichen Betätigung bildet".
Tut es das nicht, können für die Kosten des Arbeitszimmers pauschal 100 € pro Monat abgezogen werden, sofern
  • "für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht".
Dieselbe Pauschale kann im Fall des ersten Spiegelstrichs abzogen werden, falls
  • die tatsächlichen Kosten für ein solches Arbeitszimmer unter 100 € im Monat liegen.
Das kommt einem alles bekannt vor. Steuerexperten werden zwar bemerken, dass man hier die Steuersystematik ein wenig umschreiben möchte – an der Praxis aber wird das nichts groß ändern: Konnte man die Kosten des häuslichen Arbeitszimmers bisher gar nicht, in voller Höhe oder bis zu höchstens 1.250 € im Jahr abziehen, so soll man die Kosten künftig unter denselben Bedingungen wie bisher gar nicht, in voller Höhe oder mit pauschal 1.200 € im Jahr ansetzen dürfen. Is ja irre!

Der Gesetzentwurf des Bundesrates liegt jetzt bei der Bundesregierung, die ihn binnen sechs Wochen an den Bundestag weiterleiten muss. - Derweil sind über die Steuergesetze, die der Bundesrat im letzten Jahr verworfen hatte, im Vermittlungsausschuss die ersten Entscheidungen gefallen. Danach soll
  • die Aufbewahrungsfrist für Buchhaltungsunterlagen nicht verkürzt werden (siehe mediafon-Meldung vom 23.5.2012,
  • die Neufestsetzung der Verpflegungskostenpauschalen wie vom Bundestag beschlossen ab 2014 in Kraft treten,
  • der Grundfreibetrag bei der Einkommensteuer von heute 8.004 € ab 1.1.2013 auf 8.130 € und ab 1.1.2014 auf 8.354 € angehoben werden.
Eine Initiative zur Neuregelung der Umsatzsteuersätze, wie sie im Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und FDP im Oktober 2009 vereinbart worden war (und wofür sogar schon ein von der Regierung bezahltes Forschungsgutachten vorliegt), wird es dagegen in dieser Legislaturperiode nicht mehr geben. Dazu gebe es "gegenwärtig keine relevanten Pläne", sagte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums auf einer Regierungspressekonferenz am 4. Januar in Berlin. Die Drohung, auch urheberrechtlich geschützte Werke und Unterricht mit dem vollen Steuersatz von 19 Prozent zu belegen, ist damit also erst einmal in eine ferne Zukunft verschoben.

(14.01.2013)

Verweise zu diesem Artikel:
Der Gesetzentwurf des Bundesrates
Der mediafon-Ratgeber zum häuslichen Arbeitszimmer (derzeitige Rechtslage)

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