Empfehlungen, Honorare und AGBs

IT-Branche: Nur fünf Prozent arbeiten unter 50 Euro pro Stunde 

Nur jeder zwanzigste Selbstständige im IT-Bereich arbeitet für einen Stundensatz von weniger als 50 Euro; zwei Drittel bekommen 70 Euro und mehr; jeder Sechste verdient sogar 100 Euro und mehr; der Durchschnitt liegt bei 79 Euro. Das ergibt sich aus einer Umfrage, die das Projektvermittlungsportal www.gulp.de im Internet durchgeführt und jetzt veröffentlicht hat.


So mancher hatte ja seine Zweifel an den Stundensatzauswertungen, die GULP alle halben Jahre veröffentlicht und deren Ergebnisse auch mediafon regelmäßig meldet. Zuletzt ergab sich dort ein Stundensatz von 74 €, den die IT-Freelancer bei GULP im Durchschnitt verlangen, und von 72 €, den die Auftraggeber bei GULP im Durchschnitt anbieten. Diese Zahlen geben aber nur die Ausgangspositionen von Honorarverhandlungen wieder, sagen also noch nichts darüber aus, was bei den Verhandlungen tatsächlich heraus kommt. Und zudem dürfte es ja auch Aufträge geben, die ohne die Vermittlung von GULP zustande kommen.

Welche Honorare tatsächlich gezahlt werden, das hat GULP jetzt in einer Internetumfrage ermittelt, an der von November 2012 bis Januar 2013 2.017 Selbstständige in IT und Engeneering – davon waren lediglich 6,4 Prozent Frauen und etwa die Hälfte im Alter zwischen 40 und 49 Jahren – teilgenommen haben. Das Ergebnis fiel noch besser aus als die Stundensatzauswertungen:
  • Der durchschnittlich erzielte Stundensatz liegt bei 79 €.
  • 51,2 Prozent geben an, in den Verhandlungen jeweils den Stundensatz durchgesetzt zu haben, den sie gefordert hatten. Acht Prozent mussten dagegen Abstriche von 10 € und mehr machen.
  • 21,5 Prozent der Befragten geben an, dass sich ihr Stundensatz während der Projektlaufzeit geändert hat – in jedem achten Fall sogar nach unten!
  • Dabei sind 32,5 Prozent zufrieden mit dem Stundensatz, den sie bekommen haben; ein Drittel würde heute für dasselbe Projekt 1 – 5 € mehr fordern, der Rest würde mehr als fünf Euro mehr verlangen.
  • Dafür arbeiten die Selbstständigen im Schnitt 18 Tage im Monat; nur anderthalb Tage im Monat wenden sie für Weiterbildung auf, und weitere anderthalb Tage gehen für Verwaltung, Akquise und Buchhaltung drauf.
  • Der durchschnittliche Jahresumsatz der Befragten lag bei 134.449 €, was gegenüber der Befragung des Vorjahres einer Steigerung um 3.420 € oder 2,54 Prozent entspricht. Nur 9,5 Prozent lagen mit ihrem Umsatz unter 50.000 €, 8,2 Prozent dagegen über 200.000 €.
  • Zu ihrem Status sagen 93,8 Prozent der Befragten: "Ich bin selbstständig aus Überzeugung"; für lediglich ein halbes Prozent trifft diese Aussage "überhaupt nicht zu". 88,4 Prozent sind mit ihrer beruflichen Situation zufrieden, aber immerhin 41,9 Prozent würden in eine Festanstellung wechseln, wenn sie ein Angebot zu guten Konditionen bekämen.
  • Lediglich 27,1 Prozent der Aufträge werden im direkten Kontakt mit dem Auftraggeber erteilt; der Rest läuft über Vermittler.
  • Jeweils rund ein Viertel der Projekte dauert bis zu 6 Monate, 6 – 12 Monate, 1 – 2 Jahre bzw. länger als zwei Jahre.
  • 48,8 Prozent der Selbstständigen verrichten ihre Arbeit vollständig direkt beim Kunden; nur 27,2 Prozent geben an, weniger als die Hälfte der Arbeitszeit beim Kunden zu verbringen.
  • Bei den Auftraggebern handelt es sich im Wesentlichen um große Unternehmen: 54 Prozent haben weltweit 5.000 Beschäftigte oder mehr.
  • Bei jedem dritten Auftrag handelt es sich um Softwareentwicklung bzw. Programmierung; die nächsthäufigen Anforderungen sind Beratung/Consulting und Projektmanagement/-leitung.


(12.03.2013)

Verweise zu diesem Artikel:
Das vollständige Datenmaterial der Umfrage steht hier bei GULP

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Quelle: www.mediafon.net//meldung_volltext.php3?id=513f03b9262f2&akt=empfehlungen_empfehlungen&view=&lang=1&view=print&si=5a064c3b23c5c&lang=1
Druckdatum: 19.11.2017, 11:34:26