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IT: Jede/r Sechste bekommt mindestens 100 € pro Stunde 

Die IT-Freelancer erweisen sich einmal mehr als Vorreiter bei der Honorargestaltung von Selbstständigen: 16,8 Prozent von ihnen bekommen von ihren Auftraggeber Stundensätze von 100 € und mehr; nur 33,1 Prozent geben ihre Arbeit für weniger als 70 € her; der Durchschnitt liegt bei glatten 80 € pro Stunde. Das ist das Ergebnis der Stundensatz-Umfrage 2014, die das Projektvermittlungsportal GULP am 14. April veröffentlicht hat.


75 € – das war der Stundensatz, den das Projektvermittlungsportal GULP zum Stichtag 1.8.2013 als durchschnittliche Forderung all der Selbstständigen errechnet hatte, die ein Profil bei GULP haben. Was sie tatsächlich bekommen, hat GULP jetzt mit einer seiner zweiten Stundensatz-Umfrage nach 2013 ermittelt. Den Fragebogen zu dieser Umfrage 2014 haben zwischen November 2013 und Februar 2014 2.046 Selbstständige aus IT und Engineering beantwortet; darunter waren 5,3 % Frauen; 43,1 % der Befragten waren zwischen 40 und 49 Jahre alt.

Erstaunliches Ergebnis: Die Auftraggeber zahlen in Wirklichkeit mehr, als die Selbstständigen zunächst verlangen: Statt der aus den Profilen ermittelten 75 bekamen sie tatsächlich im Durchschnitt 80 € für jede Arbeitsstunde – netto, zuzüglich Umsatzsteuer. 62,1 % der Befragten stellen ihre Spesen noch zusätzlich dazu in Rechnung.

Damit ist für die meisten aber noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht: 48,0 % haben sich vorgenommen, im Jahre 2014 ihren Stundensatz anzuheben; aber fast genauso viele (47,9 %) glauben, ihn 2014 senken zu müssen. Eine solche Anhebung ist nicht selten auch noch während der Laufzeit der Projekte möglich: 21,0 % der Befragten geben an, ihr Stundensatz für ihr aktuelles Projekt habe sich während dessen Laufzeit verändert. Davon war er in 89,4 % der Fälle (um durchschnittlich 19 €) erhöht und nur in 10,6 % der Fälle (um durchschnittlich 8 €) gesenkt worden.

Weitere Ergebnisse der Befragung:
  • Drei Viertel der Projekte laufen länger als ein halbes Jahr, ein Viertel sogar länger als drei Jahre. Die durchschnittliche Projektlaufzeit liegt bei 22 Monaten.
  • Für das jeweilige (Haupt-)Projekt arbeiten die Befragten im Schnitt 37 Stunden pro Woche; die durchschnittliche projektbezogene Wochenarbeitszeit liegt bei 37 Stunden.
  • Fast die Hälfte der Befragten (42,4 %) arbeitet ausschließlich in Räumen des Auftraggebers; nur 5,5 % arbeiten immer im eigenen Büro.
  • Für ihre Fortbildung wenden die Befragten in einem durchschnittlichen Monat lediglich 1,4 Tage auf; für Verwaltung, Buchhaltung usw. 1,6 Tage.
  • Immerhin 8,8 % der Befragten kamen auf einen Jahresumsatz von 200.000 € und mehr; allein die 1.449 Befragten, die die Frage nach ihrem Jahresumsatz beantwortet haben, setzten im Jahr 2013 zusammen rund 177 Millionen Euro um. Pro Kopf war das mit 125.275 € Umsatz ein kaum wahrnehmbarer Rückgang gegenüber den für das Jahr 2012 ermittelten 126.344 €.
  • Deutlicher ist der Gewinn zurückgegangen: Er lag 2013 im Schnitt "nur" noch bei 73.881 € pro Kopf – nach 82.900 € im Jahre 2012.
Unter dem Strich zeigt sich bei den Befragten eine hohe Zufriedenheit mit dem selbstständigen Status:
  • 93,6 % geben an, "selbstständig aus Überzeugung" zu sein; nur 0,7 % sind das "überhaupt nicht".
  • 88,4 % zeigen sich "zufrieden mit ihrer momentanen beruflichen Situation"; nur 1,9 % sind damit "überhaupt nicht" zufrieden.
  • Und lediglich 31,4 % der Befragten würden "Ja" sagen, wenn ihnen "momentan eine Festanstellung zu guten Konditionen" angeboten würde.


(17.06.2014)

Verweise zu diesem Artikel:
Das komplette Ergebnis der Umfrage bei GULP
mediafon-Meldung zur letzten Stundensatz-Auswertung von GULP
Der mediafon-Ratgeber zur Frage "Was ist eigentlich ein angemessenes Honorar?"

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Quelle: www.mediafon.net//meldung_volltext.php3?id=534d6e4917b7b&akt=empfehlungen_empfehlungen_archiv&view=print&si=5a064c5188e8f&lang=1
Druckdatum: 25.11.2017, 10:37:47