Zurück zur StartseiteWer wir sind und wie wir beratenDer mediafon-RatgeberTermine & SeminareHonorare, Empfehlungen, Verträge und TarifeVolltext-SucheInterner Bereich


  Übersicht  

  Honorarumfrage Solo-Selbstständige  
  Text-Honorare  
  Bild-Honorare  
  Bildungs-Honorare  
  Empfehlungen  
  Verträge  
  Tarife  
  Archiv  


Zurück zur Übersicht

PR- und Marketing: 'Pitches' 

Nur noch bei 53,1 Prozent der Pitches im Bereich von PR und Marketing sind die Auftraggeber bereit, ein Honorar zu bezahlen. Das ist das deprimierende Ergebnis einer Umfrage unter 346 Agenturen aus diesem Bereich, die das Beratungsunternehmen für Agentur-Management Cherrypicker jetzt veröffentlicht hat. Und der Trend geht weiter nach unten. Als Konsequenz empfiehlt Cherrypicker, an Pitches ohne Honorar überhaupt nicht mehr teilzunehmen.


Es ist eine Unart, die sich erst in den letzten Jahren so richtig breit gemacht hat: Unternehmen, die neuen kreative Input für ihr Marketing brauchen, fordern Kommunikationsdesigner und Werbeagenturen zu einem "Pitch" auf, einem kleinen Wettbewerb also für ein konkretes Projekt, an dessen Ende dem Sieger der Auftrag für die jeweilige Maßnahme winkt. Pitches sind für Agenturen und Selbstständige in diesem Bereich eine wichtige Akquisemaßnahme für Aufträge, an die sie sonst oft kaum herankommen würden, und deshalb waren in den letzten Jahren immer mehr von ihnen bereit, an solchen Pitches sogar dann teilzunehmen, wenn es dafür kein Honorar gab. Und die Auftraggeber nutzten das aus: Ein Drittel aller Unternehmen, die PR- und Marketing-Aufträge außer Haus vergeben, gab Anfang des Jahres bei einer Umfrage der Unternehmensberatung inverto an, für ihre Pitches noch nie ein Honorar ausgelobt zu haben. Und 61 Prozent der Auftraggeber erwarteten eine weitere Zunahme der unbezahlten Pitches (bei gleichzeitiger Zunahme der Qualität der Ergebnisse!)

Dabei zeigt die Erfahrung, dass das so eingesparte Geld den Auftraggebern nicht unbedingt Vorteile bringt: Bei der Umfrage von Cherrypicker etwa gaben die befragten Agenturen an, im Schnitt 14 Pitch-Anfragen im Jahr zu bekommen, davon aber 75 Prozent abzulehnen. Im Zweifelsfall kommt der Auftraggeber so also gar nicht erst in Kontakt mit dem Kreativen, mit dem er besonders gern zusdammenarbeiten würde.

Dabei erwarte niemand, dass es für einen Pitch ein leistungsgerechtes Honorar gibt. Dafür sind die 10.600 Euro viel zu wenig, die die Agenturen selbst nach der Cherrypicker-Umfrage als angemessenes Honorar für einen durchschnittlichen Pitch nannten. Es geht hier mehr um die Wertschätzung – bzw. um die Missachtung, die eine "Einladung" zu kostenloser Arbeitsleistung vermittelt. Und es geht um die Ernsthaftigkeit der Anfrage. Leider vermitteln viele Pitch-Anfragen eher das Gegenteil: Da werden beliebige und viel zu viele Agenturen zum Pitch "eingeladen", da gibt es kein brauchbares Briefing, da sind die Bedingungen und Entscheidungskriterien nicht transparent und die Urheberrechte ungeklärt. Echte Chancen auf einen lukrativen Auftrag gibt es da also oft gar nicht; statt dessen verstehen viele Auftraggeber einen Pitch nur als eine Art Ideensammlung, aus der sie sich dann kostenlos bedienen können – auch an den Ideen der unterlegenen Teilnehmer.

Dazu müsste man sie aber erst einmal zur Teilnahme motivieren – und das gelingt immer seltener. Nach dem Ergebnis der Cherrypicker-Umfrage werden im Bereich digitale Kommunikation 80 Prozent und im Bereich PR 79 Prozent der "Einladungen" abgelehnt; die wenigsten sind es im Bereich Werbung: 71 Prozent. Das deckt sich mit dem Ergebnis, dass es im Bereich Werbung immerhin bei 63,8 Prozent der Pitches ein Honorar gibt, im Bereich digitale Kommunikation dagegen nur bei 39,6 und im PR-Bereich sogar nur bei 30,6 Prozent.

Dabei erwarten die Befragten gar nicht viel: Als "angemessenes Honorar" für einen Pitch nannten sie Durchschnitt 10.600 Euro; dabei reichten die durchschnittlichen Erwartungen von 1.944 Euro für eine "kleine" Pitch-Aufgabe im Bereich PR über 7.267 Euro für eine "mittlere" Pitch-Aufgabe im Bereich Design bis hin zu 29.673 Euro für eine "komplexe oder internationale" Pitch-Aufgabe im Bereich Werbung.

Solange solche Sätze nicht normal werden, "legt cherrypicker allen Agenturen nahe, ausschließlich an Pitches teilzunehmen, die mit einem entsprechenden Honorar vergütet werden", heißt es in der Pressemitteilung.

(17.11.2014)

Verweise zu diesem Artikel:
Der mediafon-Ratgeber zum Thema Honorarfindung

Auf Sozialen Netzwerken posten:
Zum Seitenanfang

Meldung versenden   |    Druckversion dieser Seite   |   Impressum