Rentenversicherung freiwillig oder auf Antrag

Freiwillige Rentenversicherung

Wer eine Rentenversicherung aus einer früheren Angestelltenzeit aufstocken, die im Vergleich zum Kapitalmarkt aktuell gute Rendite der gesetzlichen Rente nutzen oder sich eine Grundsicherung aufbauen möchte, kann auch freiwilliges Mitglied der Deutschen Rentenversicherung (DRV) werden. Wer das tun will, muss spätestens bis zum 31. März des Folgejahres Beiträge bezahlt haben – sonst werden sie nicht "wirksam".

Eine freiwillige Versicherung kann jederzeit beendet werden. Das Einkommen, das der Beitragsberechnung zu Grunde liegt, kann unabhängig vom tatsächlichen Einkommen beliebig zwischen dem Mindestbetrag von 450 € und der Beitragsbemessungsgrenze West von 6.350 € gewählt werden. Beim Beitragssatz von 18,7% beträgt der Mindestbeitrag also 84,15 €, der Höchstbeitrag 1.187,45 €, und zwar einheitlich für Ost und West.

Diesen Beitrag, dessen Höhe sich natürlich auf die spätere Rentenhöhe auswirkt, müssen Selbstständige in voller Höhe selbst bezahlen.

Auf diesem Weg bekommt man eine Art "Rentenversicherung light", die seit der Finanzkrise 2008 auch als Geheimtipp für eine sicheren Geldanlage gehandelt wird: Die Zinsen sind hier höher als bei vergleichbar sicheren Geldanlagen auf dem Kapitalmarkt. Wer allerdings mehr sucht als eine Anlagemöglichkeit, also Anspruch auf das volle Leistungspaket der gesetzlichen Rentenversicherung haben will, sollte besser die folgende Variante wählen.

Rentenversicherungspflicht auf Antrag

Selbstständige, die nicht per Gesetz pflichtversichert sind, können einen Antrag stellen, das zu werden. In den meisten Fällen werden durch diese Pflichtversicherung die Versicherungsbedingungen günstiger als bei der oben erläuterten freiwilligen Versicherung: Für Neueinsteiger gibt es dort z.B. keine Erwerbsunfähigkeitsrente mehr; auch bei der Anrechnung von Schwangerschafts- und Mutterschutzzeiten sowie Zeiten von Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfähigkeit und Rehabilitation gibt es Unterschiede. Welche Form im konkreten Einzelfall besser ist, sollte auf jeden Fall in einer individuellen Rentenberatung bei einer der vielen DRV-Beratungsstellen geklärt werden.

Zu berücksichtigen ist dabei, dass eine Pflichtversicherung auf Antrag eben auch eine Pflichtversicherung ist. D.h., man kann sie zum einen nicht beliebig beenden, sondern nur, wenn man die selbstständige Tätigkeit aufgibt. Zum anderen gelten hier dieselben Beitragsregeln wie bei der Pflichtversicherung. Der Beitrag ist – anders als bei der freiwilligen Rentenversicherung – also nicht frei wählbar.

Der Antrag auf Pflichtversicherung kann nur in den ersten fünf Jahren der selbstständigen Tätigkeit gestellt werden.



Weitere Detailinformationen
Rentenversicherungspflicht für Arbeitnehmer


Weitere interessante Links
DRV-Broschüre: Freiwillig rentenversichert


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Quelle: www.mediafon.net//ratgeber_detailtext.php3?id=40eac74e40811&ref=&view=print&si=5a064c5188e8f&lang=1
Druckdatum: 20.11.2017, 20:10:29