Diverse Alltagsfragen
Gerade am Anfang besteht bei Selbstständigen immer wieder die Gefahr, dass sie sich in mehr oder weniger nebensächliche Alltagsfragen verbeißen. Natürlich soll man sich mit allen Fragen des Geschäftsalltags intensiv beschäftigen – aber grundsätzlich gilt hier immer erst mal: ruhig bleiben. Das meiste wird in diesem Kapitel erklärt. Und wenn man doch mal was falsch macht: Unsere Gesetze meinen es relativ gut mit Selbstständigen. Wer Fehler macht, bekommt – zumindest seitens der Behörden – in der Regel erst einmal eine Mahnung. Und dann noch eine. Und wer bei der Behörde nachfragt, bekommt in der Regel auch noch eine Anleitung, wie er sich jetzt vernünftigerweise verhalten sollte. Nur wer sich auch nach solchen Mahnungen noch nicht rührt, muss sich langsam auf Schwierigkeiten einstellen.
Grundinformationen zum Geschäftsalltag
Die Fragen zum Geschäftsalltag, die bei mediafon am häufigsten gestellt werden, lassen sich zunächst einmal ganz knapp wie folgt beantworten:
- Buchhaltung? Die macht man einfach so, wie man sie selbst am besten versteht. Für die Einnahmenüberschussrechnung gibt es keinerlei Formvorschriften. Nur wer ein Gewerbe betreibt und damit mehr als 50.000 Euro Gewinn (oder 500.000 Euro Umsatz) im Jahr macht, muss zur komplizierteren "doppelten Buchführung" übergehen.
- Geschäftskonto? Braucht man nicht. Ist aber ganz praktisch. Und die Banken lieben es – wegen der höheren Gebühren.
- Arbeiten in der Wohnung? Ist in aller Regel kein Problem – jedenfalls solange die Wohnung nicht umgebaut wird und noch bewohnbar ist. Sogar Musikunterricht darf man in der Wohnung geben.
- Fortbildung? Ist unverzichtbar. Ein paar Tipps, wie man vorher erkennen kann, ob Fortbildungsangebote ihr Geld wert sind.
- Firmennamen? Haben Selbstständige in der Regel nicht: Die "Firma" ist der Name, mit der man im Handelsregister eingetragen ist. Wer dort nicht eingetragen ist, "firmiert" unter seinem eigenen Namen. Einen Fantasienamen darf man dann nur zusätzlich dazu führen.
- Namensschutz? Bloß kein Geld für einen Eintrag im Markenregister oder für Titelschutzanzeigen ausgeben: Unternehmensnamen, Buchtitel, Künstlernamen und ähnliche Bezeichnungen sind automatisch geschützt, sobald man sie benützt.
- Eigene Website? Die braucht ein ordnungsgemäßes Impressum. Und einen schönen Namen als Domainadresse. Am besten den eigenen – dann kann nichts schief gehen. Fast nichts. Aber manchmal muss man potentiellen Kunden auch noch ein paar Informationen mehr liefern.
- Rundfunkgebühren? Nein, ich weiß, darüber zerbricht sich keiner den Kopf. Aber für den Fernseher im Arbeitszimmer und das Radio im beruflich genutzten Auto will die GEZ extra Gebühren haben. Und derzeit auch noch für den PC und das internetfähige Handy. Ab 2013 soll dieses Gebührenwirrwarr durch eine einheitliche Haushaltsgebühr ersetzt werden.
- Presseausweis? Noch so ein überschätztes Thema. Journalisten sollten ihn haben. Und wer ihn nicht hat, sollte wissen: Die, die ihn haben, benutzen ihn so gut wie nie.
Ausführlicheres zu jedem einzelnen Punkt steht in den folgenden Kapiteln.
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