Wer entscheidet – mit welchen Konsequenzen?

Wer Zweifel hat, ob er die Grenze zum Gewerbe überschreitet, sollte sich nie auf sein Gespür verlassen, sondern lieber mal beim Finanzamt vorbeigehen und dort schildern, was er so vorhat. Dort kriegt er zwar keinen "Freibrief" für die Ewigkeit, aber immerhin eine vorläufige Einschätzung, auf die er sich halbwegs verlassen kann, solange sich die Art der Aufträge und der Arbeit nicht ändert.

Die letzte Entscheidung trifft das Finanzamt allerdings immer erst nachträglich im Rahmen einer Betriebsprüfung, wenn es die konkreten Aufträge kennt. Wer da plötzlich als gewerblich eingestuft wird, muss unter Umständen die Gewerbesteuer für viele Jahre nachzahlen.

Dramatischer noch können die Folgen bei der Künstlersozialversicherung sein. Denn auch Künstler und Publizistinnen werden nicht mehr über die KSK krankenversichert, sobald sie aus einer nichtkünstlerischen und nichtpublizistischen selbstständigen (z.B. gewerblichen) Tätigkeit mehr als 5.400 € im Jahr verdienen – auch wenn das nur ein Bruchteil des künstlerischen Einkommens ist! Allerdings legt die KSK hier andere Maßstäbe an als die Finanzämter: Der Grafikdesigner, der ein Gewerbe anmeldet, weil das Finanzamt ihn als gewerblich eingestuft hat, kann möglicherweise trotzdem in der KSK bleiben – sofern er die KSK-Kriterien für seine gesamte Tätigkeit erfüllt.



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Quelle: www.mediafon.net//ratgeber_haupttext.php3?id=401505dc3bfcb&ref=h_401503f52ab8c&si=5a064c5188e8f&view=print&lang=1
Druckdatum: 23.11.2017, 01:07:03