Sozialversicherung für Medienschaffende: die Künstlersozialkasse

Für "selbstständige Künstler und Publizisten" ist mit dem Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) ein ähnliches Verfahren eingeführt worden wie für Arbeitnehmer. Auch sie erhalten einen 50prozentigen "Arbeitgeberanteil" zu den Grundbeiträgen zur gesetzlichen Sozialversicherung. Gezahlt wird er über die Künstlersozialkasse (KSK).

Die Künstlersozialversicherung funktioniert im Prinzip so: Die Versicherten entrichten wie normale Arbeitnehmer 50 Prozent des Grundbeitrages zur gesetzlichen

  • Krankenversicherung,
  • Pflegeversicherung und
  • Rentenversicherung

an die KSK. Den entsprechenden "Arbeitgeberanteil" erhält die KSK zum Teil von den "Vermarktern", die nach dem KSVG einen bestimmten Prozentsatz auf die von ihnen gezahlten Honorare als Künstlersozialabgabe abführen müssen; 20 Prozent kommen als Zuschuss vom Bund.

Zusätzlich günstig wird die KSK dadurch, dass die Beiträge prozentual immer vom Einkommen berechnet werden – unrealistisch hohe Mindestbeiträge wie in der freiwilligen Krankenversicherung gibt es hier nicht. Dadurch bekommen Wenigverdiener über die KSK im Jahre 2017 schon für 72,90 € eine komplette Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung, während andere Selbstständige als freiwillige Mitglieder allein in der gesetzlichen Krankenversicherung mindestens 336,92 € pro Monat zahlen.

Um ein häufiges Missverständnis gleich auszuräumen: Die KSK ist selbst keine Versicherung. Sie zieht lediglich die Beiträge von Versicherten und Vermarktern ein und leitet sie an die Versicherungsträger weiter, nämlich

  • für die Rentenversicherung an die Deutsche Rentenversicherung Bund und
  • für die Kranken- und Pflegeversicherung an eine Kranken- und Pflegekasse, die man sich selbst aussuchen kann.

Im Krankheitsfall hat man also nicht mit der KSK, sondern nur mit der eigenen Krankenkasse zu tun. Wer sich in der KSK für eine gesetzliche Krankenkasse entscheidet, hat Anspruch auf alle Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung.

Die über die KSK gezahlten Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung kommen in denselben Topf wie die Beiträge, die man eventuell früher in einem Arbeitsverhältnis gezahlt hat. Hier entsteht also kein neues Rentenkonto.

Aus gutem Grund sind bei einem konkreten Auftrag die KSK-Mitgliedschaft und die Beitragspflicht der Auftraggeber davon unabhängig, ob die jeweils andere Seite ebenfalls mit der KSK zu tun hat: Die Abgabe auf publizistische und künstlerische Tätigkeiten ist auch fällig, wenn regelmäßig künstlerische oder publizistische Aufträge an Nicht-Mitglieder der KSK vergeben werden – umgekehrt werden hauptberufliche Publizistinnen und Künstler auch dann KSK-Pflichtmitglieder, wenn keiner ihrer Kunden die Künstlersozialabgabe zahlt.



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Weitere interessante Links
BMAS-Broschüre 'Künstlersozialversicherung' - Stand 1/2016 (PDF, 192 S.)



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Quelle: www.mediafon.net//ratgeber_haupttext.php3?id=40e042290382d&ref=h_40eaa71b16b76&si=5a064c3b23c5c&view=print&lang=1
Druckdatum: 21.11.2017, 07:10:04