Wer kann, wer muss in die KSK?

Nach dem KSVG werden in der KSK alle Selbstständigen versichert, die

Wer Berufsanfängerin ist, wird in den ersten drei Jahren ihrer selbstständigen Tätigkeit auch schon bei geringerem Einkommen über die KSK versichert. Und auch wer schon länger versichert ist, darf innerhalb von sechs Jahren zweimal das Mindesteinkommen von 3.901 € unterschreiten, ohne gleich aus der KSK zu fliegen. (Genaueres dazu steht in einem gesonderten Kapitel.)

Wer allein von einer solchen Tätigkeit lebt oder sie berufsvorbereitend unterrichtet, wird in der Regel kaum Schwierigkeiten bei der Aufnahme in die KSK haben. Er hat übrigens auch gar keine Wahl: Die Künstlersozialversicherung ist nach §2 KSVG eine Pflichtversicherung für alle Selbstständigen, die Publizistik oder Kunst ausüben, schaffen oder unterrichten.

Im Umkehrschluss ergibt sich aus diesen Bestimmungen, dass über die KSK nicht versichert wird, bzw. auf keinen Fall krankenversichert wird, wer

  • überwiegend nicht selbstständig tätig ist,
  • überwiegend gewerblich, also nicht künstlerisch bzw. publizistisch tätig ist,
  • die Tätigkeit bloß vorübergehend ausübt,
  • mehr als einen Arbeitnehmer beschäftigt (Auszubildende und geringfügig Beschäftigte zählen dabei nicht mit),
  • die Tätigkeit nicht erwerbsmäßig sondern als Hobby ausübt, oder
  • überwiegend im Ausland tätig ist.

Auch wer die oben genannten Kriterien erfüllt, kann aus der Kranken- oder Rentenversicherung über die KSK oder auch aus beiden ausgeschlossen bleiben, wenn er neben dem Einkommen aus freier künstlerischer oder publizistischer Tätigkeit noch ein anderes – nicht geringfügiges – Arbeitseinkommen hat. Dafür gelten teils etwas komplizierte Sonderregeln. Zwei davon werden in unserem Beratungsalltag immer bedeutender und seien hier bereits erwähnt:

  • Auf jeden Fall ist eine differenzierte Sicht bei nebenberuflichen Tätigkeiten in Publizist oder Kunst fällig. Hier gelten die oben aufgeführten Grundregeln nur in Sachen Rentenversicherung. Die wird - auch für Nebeneinkünfte, die über 3.900 € im Jahr liegen - über die KSK abgewickelt. Die Krankenversicherung hingegen wird ausschließlich im Hauptberuf fällig.
  • Bei Mischtätigkeiten und mehreren Berufen führt die regelmäßige nichtpublizistische und nichtkünstlerische Tätigkeit als Selbstständige zum Ausschluss aus der Krankenversicherung über die KSK. Jedenfalls dann, wenn daraus mehr als geringfügige Einkommen erzielt werden. Das gilt ausschließlich für selbstständige Tätigkeiten, eine nebenberufliche abhängige Tätigkeit mit mehr als 5.400 € pro Jahr ist dagegen unschädlich.



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Quelle: www.mediafon.net//ratgeber_haupttext.php3?id=40e0432e48982&view=print&si=5a4d41e519fe7&lang=1
Druckdatum: 24.10.2018, 07:08:10