KSK-Aufnahmeverfahren und Versicherungsbeginn

Zunächst: Die Aufnahme in die KSK ist keineswegs so schwierig, wie Freie es sich untereinander gern erzählen. Die meisten Geschichten von gescheiterten Aufnahmeanträgen stammen von Leuten, die versucht haben, sich in die KSK hineinzumogeln, obwohl sie die gesetzlichen Voraussetzungen nicht erfüllen. Aber das spricht ja eher gegen diese Leute als gegen die KSK.

Wer die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt, muss aufgenommen werden – da hat die KSK gar keinen Ermessensspielraum: Die Künstlersozialversicherung ist eine Pflichtversicherung für alle, die hauptberuflich künstlerisch oder publizistisch tätig sind. Deshalb ist es auch absolut unnötig, sich den Aufnahmeantrag gegen Bezahlung von einem Steuerberater oder Versicherungsmakler ausfüllen zu lassen.

Zur Anmeldung genügt zunächst die Kontaktaufnahme mit der KSK. Die kann telefonisch, per Post, E-Mail oder über das Bestellformular der KSK erfolgen. Ein formloses Schreiben "Ich bin freie ... und möchte gern über die Künstlersozialkasse versichert werden" genügt zunächst. Die KSK schickt der Bewerberin dann einen sechsseitigen Fragebogen samt Informationsschriften zu. Dieser Fragebogen war früher ein bürokratisches Monstrum und kann inzwischen durchaus als Beispiel für gut verständliche und nutzerfreundliche Fragebögen gelten, zumal alle eventuell vorhandenen "Fußangeln" in den dazu gehörigen Ausfüllhinweisen erläutert werden. Natürlich kann man sich den Fragebogen auch gleich aus dem Internet herunterladen und ihn ausgefüllt losschicken. Da man meist jedoch nicht auf der Stelle alle beizulegenden Unterlagen parat hat und es trotzdem schnell gehen soll, ist es in der Regel besser, sich erst einmal formlos bei der KSK zu melden, da das Datum der ersten Kontaktaufnahme gleichzeitig der frühestmögliche Versicherungsbeginn ist.

Wer seinen Antrag vollständig eingereicht hat, kann mit einem Bescheid der KSK binnen ein bis zwei Monaten rechnen. Da die Anträge aber selten vollständig sind und häufig Rückfragen der KSK erforderlich machen, ergibt sich laut KSK eine durchschnittliche Bearbeitungsdauer von drei Monaten. - Wer Probleme mit dem Fragebogen hat, kann sich vor Ort an seine Krankenkasse oder den Fachbereich Medien der ver.di wenden. Mit etwas Glück kennt sich dort jemand aus und kann beim Ausfüllen helfen. Einzelfragen beantwortet natürlich auch mediafon.

Den Versicherungsbeginn können die Versicherten selbst aussuchen. Mit dem Fragebogen erhalten sie von der KSK - mit Eingangsstempel versehen - eine formlose Bestätigung der Anmeldung und haben dann drei Möglichkeiten:

  • Wenn sie der KSK diese Eingangsbestätigung mit dem Fragebogen wieder zurückschicken, so gelten Versicherungsschutz und Beitragspflicht vom Datum des Eingangsstempels an.
  • Schicken sie die Eingangsbestätigung nicht zurück, so gilt der Eingang des Fragebogens bei der KSK als Versicherungsbeginn.
  • Alternativ können sie der KSK auch mitteilen: "Ich werde am soundsovielten die freie künstlerische Tätigkeit aufnehmen" – dann gilt die Versicherung von diesem Tag an.

Einen Versicherungsbeginn vor dem Tag der formlosen Anmeldung darf die KSK nicht feststellen. Darum sollte jeder, der von dieser Möglichkeit hört und die Bedingungen erfüllt, sich schnellstmöglich bei der KSK melden: Versicherungspflichtig ist er nämlich ohnehin, zumindest in der Krankenversicherung. Vom Tag der Meldung an aber wird das deutlich billiger, weil dann nicht mehr die hohen Mindestbeiträge für Selbstständige gelten und die KSK die Hälfte des Beitrages zuschießt.

Wer, um keine Versicherungslücke entstehen zu lassen, den Tag der formlosen Anmeldung als Versicherungsbeginn wählt, muss allerdings nach einem positiven Bescheid der KSK die Beiträge für die Zwischenzeit nachbezahlen. Wem das Schwierigkeiten macht, der kann mit der KSK eine zinslose Stundung und/oder Ratenzahlung vereinbaren.

Wer die Aufnahme in die KSK beantragt, sollte das gleichzeitig seiner Krankenkasse mitteilen. Die sagt ihm dann, wie der Versicherungsschutz bis zur Entscheidung über den KSK-Antrag gewährleistet wird. Eventuell doppelt gezahlte Beiträge gibt es nach Aufnahme in die KSK auf jeden Fall zurück.



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Quelle: www.mediafon.net//ratgeber_haupttext.php3?id=40e044d5f09b9&ref=&si=5a064c3b23c5c&view=print&lang=1
Druckdatum: 18.11.2017, 18:26:20