Wer darf, wer muss sich wie versichern?

Angesichts der Unterschiede zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung wäre es eigentlich am billigsten, man würde sich in jungen Jahren privat versichern und später, wenn man eine Familie gründet, zu einer gesetzlichen Kasse wechseln. Da solche Rosinenpickerei aber das Solidarsystem der gesetzlichen Krankenversicherung ad absurdum führen würde, hat der Gesetzgeber genaue Regeln eingeführt, wer sich in welchem System versichern kann oder muss und wer wann wechseln darf.

Für Selbstständige sind im Wesentlichen drei Fälle zu unterscheiden:

Bei Mischformen der Beschäftigung gelten meist die Regeln, die für den hauptberuflichen Teil der Tätigkeit maßgeblich sind. Allerdings gibt es eine ganze Reihe von Ausnahmen.

Wer nach diesen Regeln von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung befreit ist, kann sich entweder privat oder freiwillig in einer gesetzlichen Krankenkasse versichern. Wer sich in dieser Situation für eine private Versicherung entscheidet, bindet sich damit im Prinzip für sein ganzes Leben: Eine Rückkehr in eine gesetzliche Kasse ist von da an nur möglich, wenn er wieder als Arbeitnehmer (mit einem Gehalt unter der Versicherungspflichtgrenze von derzeit 57.600 €) tätig wird oder Arbeitslosengeld I bezieht – und zwar bevor er 55 Jahre alt ist. Wer dagegen Arbeitslosengeld II (Hartz IV) bezieht, hat kein Rückkehrrecht in die gesetzliche Krankenversicherung. Ebenso wenig gibt ihm die Gründung einer Familie oder die Geburt von Kindern ein Rückkehrrecht – obwohl beides in der Regel die Beiträge zur privaten Versicherung explodieren lässt, während sie in der gesetzlichen Versicherung unverändert bleiben würden.

Diese Regeln gelten im Wesentlichen auch für Leute, die bis jetzt gar nicht krankenversichert waren: Wer zuletzt (und sei es vor vielen Jahren als Studentin während des Studiums) in einer gesetzlichen Kasse war, muss von einer solchen wieder aufgenommen werden. Wer dagegen schon einmal privat (und seither gar nicht mehr) versichert war, hat dort Anspruch auf erneute Aufnahme – im Basistarif sogar dann, wenn private Versicherungen eine Aufnahme wegen einer schweren Erkrankung bisher abgelehnt haben. Und wer noch nie krankenversichert war, für den entscheidet sich nach den oben genannten Regeln, welches System für ihn zuständig ist. Wer hiernach in eine gesetzliche Krankenkasse gehört, für den begann die Krankenversicherungspflicht bereits am 1. April 2007.



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Quelle: www.mediafon.net//ratgeber_haupttext.php3?id=40e048d700897&view=print&si=5a064c3b23c5c&lang=1
Druckdatum: 20.11.2017, 12:34:11