Wer die Wahl hat: gesetzliche oder private Krankenversicherung?

Wer die Wahl zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung hat, sollte sich nicht von einer momentanen Beitragsersparnis blenden lassen, wie sie für junge Leute mit hohem Einkommen bei privaten Versicherungen durchaus in vierstelliger Höhe im Jahr möglich ist: Die Entscheidung für die private Krankenversicherung ist in der Regel eine Entscheidung fürs Leben – und schon das erste Kind schmeißt die ganzen schönen Beispielrechnungen aus den Prospekten der privaten Versicherer um.

Als grobe Eckwerte zur Orientierung lassen sich folgende Feststellungen treffen:

  • Wer jung ist, gut verdient und sicher ist, dass sie nie (aber wirklich nie!) Kinder und/oder einen Partner ohne eigenes Einkommen haben wird, kommt mit einer privaten Krankenversicherungen zunächst billiger weg.
  • Für eine Familie mit nur einer Verdienerin und einem oder mehreren Kindern ist die gesetzliche Krankenversicherung i>immer günstiger – unabhängig vom Lebensalter und der Höhe des Einkommens.
  • Dazwischen gibt es eine "Gleitzone": Je höher das Eintrittsalter, je geringer das Einkommen und je größer die Familie, umso größer ist der Preisvorteil der gesetzlichen Versicherung.
  • Unabhängig davon bieten die Privaten die Möglichkeit, den Beitrag durch Verzicht auf bestimmte Leistungen wie Kuren oder ambulante Behandlung sowie durch Selbstbeteiligung niedrig zu halten. Aber gerade Letzteres kann, wenn man Pech hat, auch verdammt teuer werden.
  • Diese Nachteile der privaten Krankenversicherung scheint der Basistarif aufzuheben, den alle privaten Versicherungen seit 2009 anbieten müssen, der die in ihn gesetzten Hoffnungen freilich bei Weitem nicht erfüllt hat.

Das Dumme ist, dass man diese Entscheidung in jungen Jahren für das ganze Leben treffen muss. Die richtige Entscheidung gibt es da nicht: Das Leben ist ein Risiko. Zumal niemand weiß, welche Systemänderungen für die Krankenversicherung in den nächsten Jahren noch beschlossen werden.

Sich für das solidarische System zu entscheiden, ist da meines Erachtens nie falsch. Wem das nicht reicht, der sollte sich für seinen ökonomischen Vergleich die Unterschiede im Detail ansehen.



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Privat oder gesetzlich: die Unterschiede im Detail



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Druckdatum: 22.11.2017, 23:17:23