Berufliche Haftpflichtversicherungen

Die Kosten einer Berufshaftpflicht hängen vom Beruf ab und von den Versicherungssummen, die für drei Schadensarten gesondert bestimmt werden:

  • Sachschäden (wenn der Kameramann mit seinem Gerät die teure Vase aus dem Regal fegt),
  • Personenschäden (wenn einer Hebamme bei einer Hausgeburt ein Kunstfehler unterläuft, der das Kind dauerhaft schädigt),
  • Vermögensschäden (wenn eine Journalistin in einer Restaurantkritik so falsche Behauptungen aufstellt, dass der Laden pleite geht).

Solche Schäden können vorkommen. Aber deshalb braucht nicht gleich jeder eine Haftpflichtversicherung. Unter den Selbstständigen, für die dieser Ratgeber geschrieben ist, scheint eine Haftpflichtversicherung unverzichtbar zu sein nur für

  • Selbstständige in Gesundheits- und Pflegeberufen, in denen das Zufügen körperlicher Schäden nicht auszuschließen ist,
  • Freie Theater, die in eigenen Räumen spielen (wegen möglicher Personenschäden),
  • Lehrkräfte, die in eigenen Räumen unterrichten (aus demselben Grund) und
  • Programmiererinnen und andere E-Lancer, sobald sie mit fremden Daten und an fremden EDV-Systemen arbeiten (Vermögensschäden).

Das Problem bei Berufshaftpflichtversicherungen ist: Dort, wo sie wirklich nötig sind, machen die Versicherungsgesellschaften nur individuelle Angebote, nachdem sie sich genaue Angaben über die Risiken haben machen lassen. Standardpreise lassen sich hier nicht nennen. Bei "günstigen" Versicherungen fällt meist die Summe für Vermögensschäden besonders niedrig aus, obwohl gerade dafür eine hohe Versicherungssumme besonders sinnvoll wäre: Wer es schafft, mit seiner Softwareinstallation für ein Großunternehmen dessen EDV lahm zu legen, kann eine "preiswerte" Berufshaftpflicht, wie sie üblicherweise angeboten wird, ruhig vergessen: Die beschränkt den Ersatz für Vermögensschäden meist auf 50.000 oder 100.000 €. Für eine Vermögenshaftpflichtversicherung mit einer Deckungssumme von einer Million Euro muss man mit Sicherheit eine vierstellige Prämie zahlen.

Wer über den Sinn einer Berufshaftpflicht nachdenkt, sollte sich drei Fragen stellen:

  • Welche konkreten Risiken, einen Sachschaden, Personenschaden oder Vermögensschaden zu verursachen, habe ich? Brauche ich überhaupt so eine Absicherung?
  • Gibt es für meinen konkreten Fall Alternativen zur Haftpflichtversicherung wie Haftungsausschluss, Haftungsbeschränkung, Gründung einer GmbH?
  • Und wenn ich eine brauche: Wo gibt es günstige Angebote?

Zu einigen Berufsgruppen sind in gesonderten Kapiteln ein paar Überlegungen und Beispiele zur Haftpflicht zusammengestellt.



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Quelle: www.mediafon.net//ratgeber_haupttext.php3?id=40e0563b71ec7&ref=h_40e055dcd9658&si=5a064c5188e8f&view=print&lang=1
Druckdatum: 19.11.2017, 03:53:47