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Selbstständig neben einem Arbeitsverhältnis

Wer einen festen Job hat, kann nebenher durchaus selbstständig arbeiten. Allerdings nur, solange das keine Auswirkungen auf seine Tätigkeit als Angestellter hat: Nicht erlaubt sind Nebentätigkeiten, die dem Arbeitgeber Konkurrenz machen oder die Arbeitsleistung des Angestellten beeinträchtigen. Letzteres ist schon dann der Fall, wenn ein Programmierer zu Hause die ganze Nacht am Computer sitzt und deshalb morgens regelmäßig unausgeschlafen zur Arbeit kommt.

Unerlaubte Nebentätigkeiten können – je nach Art und Umfang – gravierende Folgen bis hin zur fristlosen Kündigung haben. Schon aus diesem Grund sollte man jede geplante Nebentätigkeit dem Arbeitgeber "anzeigen" – auch wenn dazu (außer bei Beamten) keine gesetzliche Verpflichtung besteht. Für Angestellte kann eine solche Verpflichtung allerdings im Arbeits- oder Tarifvertrag stehen.

Dabei darf der Arbeitgeber Nebentätigkeiten nicht generell oder willkürlich verbieten: Wenn die Nebentätigkeit keines der oben genannten "schutzwürdigen Interessen" des Arbeitgebers berührt, so haben Angestellte einen Rechtsanspruch auf Genehmigung – auch wenn im Arbeitsvertrag etwas anderes steht.

Und da es immer wieder gefragt wird, sei hier noch einmal ausdrücklich gesagt: Ja, natürlich dürfen auch Selbstständige einen Minijob nebenbei annehmen, für den dann die üblichen Vergünstigungen gelten.

In der gesetzlichen Krankenversicherung bleibt die selbstständige Nebentätigkeit zunächst versicherungsfrei. Sobald aber die selbstständige Tätigkeit zum Hauptberuf wird, erlischt die Versicherungspflicht für den Angestelltenjob. Wer an diesem Punkt ankommt, muss sich also von da an als Selbstständiger versichern – privat oder freiwillig in einer gesetzlichen Krankenkasse, oder gegebenenfalls über die KSK. Genaueres zu den Möglichkeiten bei solchen Mischformen steht im Kapitel zur Krankenversicherung.

Grundsätzlich ist eine Tätigkeit als Selbstständiger und als Angestellter auch zur gleichen Zeit beim gleichen Auftrag- bzw. Arbeitgeber möglich – jedoch nur, wenn es sich dabei wirklich um zwei verschiedene, voneinander getrennte Tätigkeiten handelt. Wer dagegen eine solche Konstruktion mit dem alleinigen Ziel wählt, Sozialversicherungsbeiträge zu sparen, sollte sich auf Probleme mit der Krankenkasse einstellen.

Bezüglich der Startformalitäten, der Steuer und der Rentenversicherung gelten die allgemeinen Regeln, die in eigenen Kapiteln beschrieben sind.



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