Selbstständig und Rente oder Erwerbsminderungsrente


Wer eine normale Altersrente bezieht, kann daneben so viel verdienen, wie er will. Auch bei der Regelaltersrente, die je nach Geburtsjahr zwischen 65 und 67 Jahren beginnt, sind die üblichen Regeln zu Startformalitäten, Steuern und Sozialversicherung zu beachten, die in eigenen Kapiteln beschrieben sind. Seit dem 1.1.17 gelten bei der gesetzlichen Rente allerdings die besonderen Regeln zur "Flexi-Rente". Die sollen den Übergang zwischen Erwerbstätigkeit und Ruhestand flexibler und das Arbeiten nach Erreichen des Regel-Rentenalters attraktiver machen. Die wesentlichen Neuerungen sind:

  • Wer ohne Rentenbezug weiterarbeitet, bekommt für jeden Monat einen dauerhaften Rentenzuschlag von 0,5 Prozent. Eine weitere Erhöhung ergibt sich durch Beitragszahlungen während der Verschiebung des Renteneintritts.
  • Wer sich stattdessen die Rente auszahlen lässt, muss auf Jobs neben der Rente keine Rentenbeiträge zahlen, kann dies aber tun. Wer das will, um die Rentenzahlungen zu erhöhen, muss dies dem Arbeitgeber – bei Publizistinnen und Künstlern der Künstlersozialkasse – mitteilen.

Für eine Rente vor Erreichen des Regelrentenalters gilt eine ziemlich einfache Pauschalregel: Ohne Kürzung dürfen jährlich bis zu 6.300 € brutto verdient werden. Wird dieser Jahreswert überschritten, werden 40 Prozent des Mehrbetrags von der Rente abgezogen.

So einfach ist die Rechnung aber erst seit dem 1. Juli 2017. Für die Vergangenheit und also auch im ersten Halbjahr 2017 gelten noch die bisherigen, starren Teilrentenstufen und Verdienstgrenzen sowie kompliziertere Regeln zum Zuverdienst und der Einkommensanrechnung, die wir hier zusammengefasst haben.

Zur Berechnung der neuen Zuverdienstregeln bei vorgezogenen Renten erstellt die DRV erst einmal eine (auf Angaben der Versicherten beruhende) Prognose, wie hoch der Jahres-Zuverdienst ausfallen wird. Liegt dieser Schätzwert über 6.300 Euro, wird die Rente um 40 Prozent des darüber liegenden Einkommens gekürzt. Jeweils zum 1. Juli des Folgejahres wird abgerechnet. Das heißt: Auf Grundlage der echten Zahlungen wird die Rente ausgeglichen und die Prognose angepasst. Zwischendurch kann ein Antrag auf Neuberechnung gestellt werden, wenn sich die Umstände so ändern, das sich dauerhaft größere Abweichungen zur Jahresprognose ergeben.

Für über eine gesetzliche Krankenkasse Versicherte gelten – je nach Umfang der Erwerbsminderungsrente – unterschiedliche Regeln zur (Weiter-)Versicherung:

  • Wer nur teilweise erwerbsgemindert ist, bleibt versicherungspflichtig in der Kranken- und Pflegeversicherung.
  • Wer voll erwerbsgemindert ist und nicht mehr arbeitet, wird als Rentnerin oder Rentner versichert – gegebenenfalls über die Krankenversicherung der Rentner (KdR).
  • Wer voll erwerbsgemindert ist und die volle Rente dafür erhält, aber gleichzeitig einer versicherungspflichtigen Beschäftigung nachgeht, wird nicht nach den Regeln für Rentenbezieher, sondern denen für Pflichtversicherte behandelt.



Grundinformationen zum Thema Weiter im Haupttext Detailinformationen zum Thema
Der Start
Bitte schalten Sie JavaScript ein!
Altregelungen zur vorgezogenen Rente (bis 30.6.2017)
Weitere interessante Links
Flexirente: Das ist neu für Sie (DRV-Faltblatt)
DRV-Broschüre: Altersrentner - So viel können Sie hinzuverdienen
DRV-Broschüre: Erwerbsminderungsrentner - So viel können Sie hinzuverdienen
Geldtipps.de-Informationen: Erwerbsminderungsrente (und Zuverdienstgrenzen bis 6/17)



© 2017 mediafon
Quelle: www.mediafon.net//ratgeber_haupttext.php3?id=40e186cd56f47&ref=h_434904be2e9df&si=5a064c5188e8f&view=print&lang=1
Druckdatum: 24.11.2017, 21:27:06