Was tun, wenn der Auftraggeber pleite geht

Leider kommt das in letzter Zeit immer häufiger vor: Der Auftraggeber geht pleite – und hat noch nicht alle Honorare bezahlt. Da kann man leider recht wenig tun:

Wenn ein Unternehmen Insolvenz anmeldet, sieht das Insolvenzrecht vor, dass zunächst ein Insolvenzverwalter eingesetzt wird, der prüft, ob ein Insolvenzverfahren überhaupt möglich ist, d.h. ob noch genügend Geld für die Verfahrenskosten vorhanden ist.

  • Wird das Insolvenzverfahren nicht eröffnet, ist das Honorar komplett verloren.
  • Wird das Insolvenzverfahren eröffnet, so können sich die Gläubiger entweder mit dem Insolvenzverwalter auf einen Entschuldungsplan einigen, mit dem das Unternehmen weitergeführt werden kann. In diesem Plan wird präzise festgelegt, welchen Prozentsatz alle Gläubiger von ihren Forderungen noch bekommen.
  • Oder – wenn eine Einigung auf einen Entschuldungsplan nicht zustande kommt – der Laden wird liquidiert, d.h. alle noch vorhandenen Werte werden verkauft. Kommt bei der Liquidation mehr Geld zusammen, als das Insolvenzverfahren kostet, so wird der Rest nach einem einheitlichen Prozentsatz auf die Gläubiger verteilt. Diese Quote liegt vor allem bei Insolvenzverfahren in der Verlagsbranche aber leider selten über null Prozent.

Wichtig an diesem Verfahren ist: Hat ein Unternehmen einmal Konkurs gemacht und die Insolvenz angemeldet, so darf es keine alten Rechnungen mehr begleichen; auch Mahnbescheide oder Zivilklagen bringen von diesem Zeitpunkt an nichts mehr. (Eigentlich gilt das sogar schon von dem Zeitpunkt an, an dem Zahlungsunfähigkeit gegeben ist – auch wenn die Insolvenz noch gar nicht angemeldet ist!) Wer also läuten hört, dass einem Kunden, der noch viele Rechnungen offen hat, die Insolvenz droht, sollte alle Kanäle und Beziehungen nutzen, um wenigstens einen Teil der offenen Beträge zu bekommen, bevor der Geschäftsführer zum Gericht geht. Allerdings sollte dabei niemand auf Forderungen verzichten: Manchmal werden Insolvenzgerüchte gezielt gestreut, um genau das zu erreichen!

Bei allen Kunden, bei denen eine Insolvenz drohen könnte, ist natürlich auch bei der Auftragsannahme größere Vorsicht angesagt. Die besteht darin, sehr kurze Zahlungsziele zu vereinbaren, bei größeren Summen zudem Abschlags-/Zwischenzahlungen zu vereinbaren und generell keine Außenstände auflaufen zu lassen. Im Extremfall kann es auch sinnvoll sein, Vorkasse zu verlangen. Wenn allerdings klar ist, dass die Insolvenz eigentlich schon besteht, der Auftraggeber sie aber verschleppt, heißt es Finger weg von jedem Auftrag. Im schlimmsten Fall kann der Insolvenzverwalter die vor der Insolvenzanmeldung unberechtigt gezahlten Honorare zurückfordern.

Was bei einer Insolvenz mit offenen Verträgen passiert, steht in einem gesonderten Kapitel.



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Was geschieht bei einer Insolvenz mit offenen Verträgen?



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Quelle: www.mediafon.net//ratgeber_haupttext.php3?id=40e18ad9873ca&view=print&si=5a064c5188e8f&lang=1
Druckdatum: 24.11.2017, 15:57:07