Ganz einfach: Einnahmenüberschussrechnung

Freiberufler und Kleingewerbetreibende sind bei ihrer Buchführung nicht an bestimmte Vorschriften gebunden, so dass hier jeder auch ohne besondere Vorkenntnisse seine Buchführung selber machen kann. Einzige Bedingung: Im Falle einer Betriebsprüfung durch das Finanzamt muss man seine Einnahmen und Ausgaben "nachvollziehbar" belegen können. Sie sollten also irgendwo aufgeschrieben sein, und irgendwo sollten Belege dafür auffindbar sein. Mehr braucht man nicht.

Für Selbstständige, die keine Angestellten beschäftigen, reichen dazu im Grunde schon die berühmten zwei Schuhkartons, in denen man im Laufe des Jahres die Rechnungen und Bankauszüge mit den Einnahmen sowie die Überweisungen und Quittungen für die Ausgaben sammelt. Am Jahresende werden die Einnahmen und Ausgaben dann nur noch in einer "Einnahmenüberschussrechnung" zusammengefasst: Einnahmen minus Ausgaben gleich Gewinn.

Wer es doch lieber mit dem Computer machen möchte, findet ein relativ breites Angebot an kommerzieller Software. Da braucht man kein komplettes Buchhaltungsprogramm - es reicht eines, das die Einnahmenüberschussrechnung beherrscht (und nach Möglichkeit auch die Steuererklärung erledigt). Diese Bedingung erfüllt auch das kostenlose Freeware-Programm Easy Cash & Tax, das nach Angaben von Nutzern jedoch manchmal noch Schwierigkeiten mit einigen Sonderfällen hat. Aber Vorsicht: Die meisten Buchhaltungsprogramme machen die Einnahmenüberschussrechnung unnötig kompliziert, da sie sie aus dem schwer verständlichen System der doppelten Buchführung ableiten. Also schaut euch das Programm vorher bei Bekannten an. Wenn ihr es nicht auf Anhieb versteht – zum Beispiel weil da nach "Kontenrahmen" gefragt wird –, sucht euch ein anderes.

Vor allem braucht man – sofern man nicht wirklich eine Ladenkasse hat – kein "Kassenbuch", in dem man "Privatentnahmen" und ähnlichen Unsinn verbucht. Macht euch einfach klar: Das Finanzamt will alles Geld, das ich einnehme, versteuert haben. Dazu brauche ich es nicht erst per Buchung zu meinem Privateigentum zu machen, weil es das eh' bereits ist. Und auf welchen Konten das Geld liegt, ist dem Finanzamt genauso egal wie die Frage, ob ich die neue Tonerkartusche vom per Überweisung vom Geschäftskonto, mit privatem Scheck oder aus der Hosentasche bezahle.

Wie die Einnahmenüberschussrechnung für das Finanzamt auszusehen hat, steht in einem eigenen Kapitel.



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Quelle: www.mediafon.net//ratgeber_haupttext.php3?id=40e18d7312e89&view=print&si=5a064c5188e8f&lang=1
Druckdatum: 25.11.2017, 06:51:55