Einkommensteuer und Steuerformulare

Die Einkommensteuer ist eine persönliche Steuer. Steuerschuldner ist der Selbstständige selbst, nicht "seine Firma" und auch nicht seine GbR, falls er eine solche zusammen mit anderen gebildet hat. Sein Gewinn aus der selbstständigen Tätigkeit ist automatisch steuerpflichtiges Einkommen – auch ohne dass er ihn "entnommen" oder sonst wie in seine persönliche Sphäre transferiert hat: Das Finanzamt unterscheidet nicht zwischen Privat- und Geschäftskonto.

Einkommensteuer muss aber nicht nur für Einkünfte aus selbstständiger Arbeit gezahlt werden, sondern für alle denkbaren Einkunftsarten, z.B. auch aus nichtselbstständiger Arbeit, aus Vermietungen, aus Kapitalvermögen und Ähnlichem.

Für die Einkommensteuererklärung werden die Einkünfte für jede Einkunftsart einzeln festgestellt und zum Gesamtbetrag der Einkünfte addiert. Wer bei einer Einkunftsart Verluste gemacht hat, kann sie gegen positive Einkünfte aus anderen Quellen aufrechnen.

Das zu versteuernde Einkommen ergibt sich, indem vom Gesamtbetrag der Einkünfte entsprechend den Eintragungen im Formular "Einkommensteuererklärung" die Sonderausgaben, die außergewöhnlichen Belastungen und eventuelle Freibeträge abgezogen werden. Von diesem zu versteuernden Einkommen sind 8.820 € im Jahr steuerfrei. Was darüber hinausgeht, muss versteuert werden.

Die Einkommensteuererklärung ist unaufgefordert jeweils bis zum 31. Mai (bei Einschaltung eines Steuerberaters bis zum 31. Dezember) für das Vorjahr abzugeben; Fristverlängerungen können formlos beim Finanzamt beantragt werden. Seit dem Steuerjahr 2011 muss die Einkommensteuererklärung elektronisch an das Finanzamt übermittelt werden. Ausnahmen müssen beim Finanzamt beantragt werden und werden nur genehmigt, wenn die elektronische Übermittlung eine "unbillige Härte" darstellen würde, also etwa wenn man sich einen PC allein wegen der Steuererklärung anschaffen müsste.

Die Steuererklärung besteht mindestens aus drei Teilen:

  • der Gewinnermittlung (auf dem Formular "EÜR" für die Einnahmenüberschussrechnung),
  • dem Formular "Anlage S" (für Einkünfte aus selbstständiger/ freiberuflicher Tätigkeit) und/oder "Anlage G" (für Einkünfte aus gewerblicher Tätigkeit) zur Einkommensteuererklärung und
  • dem Mantelbogen, also dem Formular "Einkommensteuererklärung".
Je nach Vorsorgesituation und weiteren Einkünften kommen gegebenenfalls noch hinzu:
  • Die "Anlage Vorsorgeaufwand" für Altersvorsorge und Versicherungsbeiträge,
  • "Anlage AV", wenn ein Riester-Rentenvertrag existiert,
  • "Anlage N", wenn (zusätzlich) Einkünfte aus einem abhängigen (Neben-)Job erzielt werden,
  • "Anlage KAP", wenn Kapitaleinkünfte zu erklären sind (sowie "Anlage AUS", wenn die im Ausland erzielt werden),
  • sowie die "Anlage R", wenn Renten bezogen werden.
Eine Übersicht über alle (weiteren) Formulare mit Downloadmöglichkeit gibt es bei vielen Steuerportalen im Netz, bespielsweise bei steuern.de. Aber Achtung: Selbstständige müssen die Einkommensteuererklärung via Internet abgeben, abhängig Beschäftigte können das tun. Details stehen im Kapitel Steuererklärungen via Internet. Ansonsten gibt's die papiernen Steuerformulare im Finanzamt oder zum Download bei der Bundesfinanzverwaltung.

Mit dem Einkommensteuerbescheid setzt das Finanzamt die endgültige Steuerschuld und damit in der Regel eine Nachzahlung bzw. Erstattung fest. Liegt die Jahressteuerschuld über 400 €, so werden im nächsten Jahr vierteljährliche Einkommensteuervorauszahlungen fällig. Beträge und Termine dafür stehen ebenfalls im Steuerbescheid.



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Wer muss eine Einkommensteuererklärung abgeben?



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Quelle: www.mediafon.net//ratgeber_haupttext.php3?id=40e57fd18778d&ref=&si=5a064c5188e8f&view=print&lang=1
Druckdatum: 24.11.2017, 03:03:17