Und wenn der Kunde auf einer Rechnung mit Umsatzsteuer besteht?

Wer als Kleinunternehmer von der Umsatzsteuerpflicht befreit ist, darf auf seinen Rechnungen keine Vorsteuer ausweisen. Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass Auftraggeber gerade von solchen Selbstständigen eine Rechnung "mit Mehrwertsteuer" verlangen. Übliche Begründung: Die Buchhaltung könne das sonst nicht verbuchen.

Ein solches Ansinnen ist kompletter Blödsinn und zeigt nur, dass dieser Kunde weder von Steuergesetzen noch von Buchhaltung etwas versteht. Seine Briefmarken kann er ja schließlich auch verbuchen – und da ist auch keine Mehrwertsteuer drin.

Also sollte man solchen Kunden in aller Ruhe erläutern, dass dies nach § 19 UStG ein ganz normales Vorgehen ist. Dass man die Umsatzsteuer im Zweifelsfall ja auf den Rechnungsbetrag aufschlagen müsste – so dass es für ihn auch nicht billiger würde. Und wenn ihm das noch nicht reicht, ergänzt man die Rechnung um den Satz: "Umsatzsteuerfrei nach § 19 UStG". Seit 2004 ist eine solche Begründung für die Umsatzsteuerfreiheit auf einer Rechnung ohne Umsatzsteuer sogar Pflicht.

Auf keinen Fall darf man in so einem Fall "ausnahmsweise" Mehrwertsteuer auf die Rechnung schreiben. Solche unberechtigt erhobene Umsatzsteuer muss nämlich an das Finanzamt abgeführt werden, ohne dass man davon Vorsteuer abziehen darf. Und wenn das Finanzamt das erst mal gemerkt hat, darf auch der Kunde diesen Betrag nicht als Vorsteuer abziehen. D.h. für ihn wird es nur teurer, wenn er auf diesem Unsinn besteht. Wenigstens das sollte er doch verstehen.



Grundinformationen zum Thema Weiter im Haupttext Detailinformationen zum Thema
Umsatzsteuer
Das Umsatzsteuerverfahren
Bitte schalten Sie JavaScript ein!



© 2017 mediafon
Quelle: www.mediafon.net//ratgeber_haupttext.php3?id=40ea9f8be2349&view=print&si=5a064c5188e8f&lang=1
Druckdatum: 18.11.2017, 09:37:00