Rundfunkbeitrag für Wohnung, Auto und Büro

Das System zur Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist durch die Haushaltsabgabe im Vergleich zur früheren Geräteabgabe einfacher, aber auch etwas rabiater geworden. Musste nach der früheren Rechtslage Rundfunkgebühren bezahlen, wer ein Rundfunkgerät nur besaß, genügt es seit 2013, wenn man eine Wohnung "inne hat" (oder ein Auto oder ein Unternehmen).

Und das geht so: Für jede Wohnung wird ein Rundfunkbeitrag fällig, für jedes Auto ein Drittel Beitrag, bei Unternehmen ist es etwas verzwickter. Für die Wohnung zahlt der Wohnungsinhaber derzeit 17,50 € im Monat – und fertig. Egal wer darin wohnt, wie viele Radios, Fernseher und Internet-PCs darin stehen und ob sie nur privat oder auch beruflich genutzt werden.

Dabei heißt "jede Wohnung" wirklich jede Wohnung. Wer neben seinem Hauptwohnsitz noch eine Ferienwohnung, einen zweiten Haushalt am Arbeitsort oder eine Laube im Kleingarten hat, die zum Wohnen zugelassen ist, muss dafür jeweils noch einen Rundfunkbeitrag zahlen. Immerhin wurde mit dieser Neuregelung der leidige Streit begraben, ob für einen beruflich genutzten internetfähigen PC zusätzlich Rundfunkgebühren zu bezahlen sind.

Für Wohngemeinschaften ist die Sache damit einfacher (und billiger) geworden: Wer tatsächlich "zum Haushalt gehört", interessiert künftig nicht mehr. Für jede Wohnung wird nur noch ein Rundfunkbeitrag fällig. Mit dem auch alle Autoradios in den (ausschließlich privat genutzten) Autos der Bewohnerinnen abgedeckt sind.

Der "Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio" hat die Umstellung von der alten Rundfunkgebühr auf den Rundfunkbeitrag zunächst mit eigenen Daten bewerkstelligt. Damit er weiter auf dem Laufenden bleibt, wer gerade was "inne hat", muss sich dort jeweils melden, wer eine Wohnung kauft oder mietet oder ein beruflich genutztes Auto neu auf seinen Namen zulässt (oder abmeldet). Die Beitragspflicht endet mit dem "Ende des Innehabens", frühestens aber mit der entsprechenden Meldung an den Beitragsservice. Das heißt: Wer sein beruflich genutztes Auto verkauft, das aber nicht meldet, muss so lange weiter bezahlen, bis er die Meldung endlich nachgeholt hat.

Eine Befreiung vom Beitrag ist nur für sozial schwache Personen möglich, eine Ermäßigung bei bestimmten körperlichen Einschränkungen. Seit 2017 ist die Reduktion der Beiträge auch drei Jahre rückwirkend (statt bislang zwei Monate) möglich und sie gilt auch (zusätzlich zu Ehe- oder Lebenspartnern) für in der Wohnung lebende Kinder zwischen dem 18. und 25. Lebensjahr. Und last not least gilt seit 2017: Die Belege müssen nicht mehr im Original (oder als beglaubigte Kopie) eingeschickt werden. - Details zur Befreiung finden sich im PDF-Merkblatt Befreiung und Ermäßigung des Beitragsservice.

Wie der Beitrag von Selbstständigen berechnet wird, die außerhalb der eigenen Wohnung arbeiten, steht in einem eigenen Kapitel.



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Rundfunkbeitrag für Arbeitsräume außerhalb der Wohnung



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Quelle: www.mediafon.net//ratgeber_haupttext.php3?id=50d31121915c9&ref=e_40e020e816dfd&si=5a4d41fb96630&view=print&lang=1
Druckdatum: 26.04.2018, 09:41:48