mediafon [01805/754444 Newsletter Nr. 48 vom 8. Februar 2006 Guten Tag, mit einer guten Nachricht beginnt der erste mediafon-Newsletter im neuen Jahr: Ausgerechnet mit den Hartz-Gesetzen wurde eine alte Forderung erfüllt, für die ver.di und ihre Vorgängergewerkschaften jahrzehntelang als weltfremd diffamiert worden waren. Seit dem 1. Februar können viele Selbstständige Mitglied der gesetzlichen Ar- beitslosenversicherung werden - und zwar zu Konditionen, bei denen eigentlich niemand Nein sagen kann. Das geht für die meisten selbst dann, wenn sie schon seit 20 oder mehr Jahren selbstständig sind. Nur wer aus einem früheren Job noch Anspruch auf ein sehr hohes Ar- beitslosengeld hat, sollte mit seinem "Antrag auf freiwillige Wei- terversicherung" bis zum Jahresende warten. Alle anderen, die die Bedingungen erfüllen, sollten ihn jetzt stellen, empfiehlt Euer mediafon-Team newsletter@mediafon.net Inhalt: 1. Neu und gut: Jetzt Arbeitslosenversicherung für Selbstständige 2. Rente: Pflichtversicherung für Selbstständige gefordert 3. Sozialversicherung kurz: Rürup, Aerobic, Termine und Verfassung 4. Unfallversicherung: Berufsgenossenschaft auf Mitgliedersuche 5. Arbeitsmarkt: IT-Selbstständige wollen keine Festanstellung 6. Arbeitsmarkt: Mehr Solo-Selbstständige mit weniger Einkommen 7. "Zweiter Korb": Neuer Angriff auf das Urheberrecht 8. Folgerecht: Künstler sollen weniger Geld kriegen 9. Digitales Finanzamt: ElStEr kommt nur langsam voran 10. Umsatzsteuer: Keine großen Änderungen durch "Reverse Charge" 11. Praxistipp: Für Dienstwagen ab sofort Fahrtenbuch führen! 12. Kurzmeldungen: Verzugszins, Umsatzsteuer, Gesundheit und GPL 13. Neue Bücher: Marktstudie und Kulturbroschüre für Dolmetscher 14. Veranstaltungen: Texte, Töne, Kunden. Und die Verträge dazu 15. Nicht vergessen: Termine in den nächsten zwei Monaten 16. Newsletter bestellen, abbestellen und ändern 17. Impressum (1) Sozialversicherung Jetzt Arbeitslosenversicherung für Selbstständige (mediafon, 6. Februar 2006) Die wichtigsten Fakten zur "freiwilli- gen Weiterversicherung für Selbstständige" sind: * Wer in den letzten zwei Jahren mindestens zwölf Monate Beiträge zur Arbeitslosenversicherung gezahlt hat oder z.B. Arbeitslosengeld bezogen hat (egal wie lange) und sich einen Monat nach Ende der Versicherungspflicht bzw. des Arbeitslosengeldbezugs mit mindestens 15 Arbeitsstunden pro Woche selbstständig macht, kann sich gegen Arbeitslosigkeit freiwillig weiterversichern. * Der Antrag muss binnen eines Monats nach Beginn der selbststän- digen Tätigkeit gestellt werden, bei einer Gründung am 1.2.2006 al- so spätestens am 28.2.2006. * Wer sich schon vor dem 1.2.2006 selbstständig gemacht hat (und sei es vor Jahrzehnten), kann sich ebenfalls weiter versichern, sofern zum Gründungszeitpunkt die Bedingungen des 1. Spiegelstrichs erfüllt waren. Er hat sogar eine großzügige Bedenkzeit und braucht den Antrag erst bis zum 31.12.2006 zu stellen. * Freiwillig weiterversicherte Selbstständige zahlen einkommensun- abhängig einen festen Monatsbeitrag von 39,81 (West) / 33,56 Euro (Ost), der im nächsten Jahr sogar noch um rund 30 Prozent sinken wird. * Das Arbeitslosengeld, das Selbstständige im Fall des Falles be- kommen, ist dagegen sehr hoch, da es sich in der Regel am Durch- schnittseinkommen der jeweiligen Qualifikationsgruppe bemisst. Der zeit läge es zwischen mindestens 546,90 Euro (keine Qualifikation, ledig, kein Kind, Ost) und höchstens 1.364,10 Euro (Hochschulab- schluss, Ehepartner ohne eigenes Einkommen, Kind, West) netto im Monat. Am tatsächlichen Einkommen bemisst es sich nur, wenn man neben der Selbstständigkeit in den letzten zwei Jahren auch mindes- tens 150 Tage als Arbeitnehmer beschäftigt war. * Gezahlt wird das Arbeitslosengeld mindestens sechs und höchstens zwölf Monate lang; für Arbeitslose, die zu Beginn älter als 55 Jah- re sind, bis zu 18 Monate. * Diese Regelung ersetzt die bisherige Regel "Verlängerung der Rahmenfrist", nach der Selbstständige einen vorhandenen Anspruch auf Arbeitslosengeld ohne weitere Beitragszahlung über die Zeit retten konnten – und zwar zwei Jahre länger als Arbeitnehmer. Die Neuregelung ist vorerst befristet bis zum 31.12.2010. Alle weiteren Details und Hinweise zu den Rechten und Pflichten während des Bezugs von Arbeitslosengeld stehen natürlich komplett im mediafon-Ratgeber. Da die bisher bekannten Regeln keineswegs ausgegoren sind, freuen wir uns über jeden Bericht über praktische Erfahrungen, wie die Arbeitsagenturen damit umgehen, an arbeitslosengeld@mediafon.net Der mediafon-Ratgeber zur freiwilligen Weiterversicherung http://www.mediafon.net/ratgeber_haupttext.php3?&id=43e60c48815a1 Der mediafon-Ratgeber zum Arbeitslosengeld http://www.mediafon.net/ratgeber_detailtext.php3?&id=43e6112cb7468 Der Antrag an die Arbeitsagentur zum Download http://www.arbeitsagentur.de/content/de_DE/hauptstelle/a-07/importierter_inhalt/pdf/Antrag.pdf Das offizielle Hinweisblatt der Arbeitsagentur zum Thema http://www.arbeitsagentur.de/content/de_DE/hauptstelle/a-07/importierter_inhalt/pdf/Hinweisblatt.pdf (2) Rentenversicherung Pflichtversicherung für Selbstständige gefordert (mediafon, 21. Dezember 2005) Der Präsident der Deutschen Renten- versicherung, Herbert Rische, fordert die Einbeziehung Selbststän- diger in die Sozialversicherungspflicht. Die Sozialversicherungs- systeme, so Rische in einem Interview mit Deutschlandradio Kultur, müssten sich auf wesentlich vielfältigere Erwerbsbiografien ein stellen: Auf diesen Wandel der Arbeitswelt müsse sich die Sozial- versicherung insgesamt einstellen. Eine Rentenversicherungspflicht- für Selbstständige sei "ein Schritt in diese Richtung, der in Euro- pa fast in allen Ländern schon gegangen wurde". Das vollständige DLR-Kultur-Interview http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/450347/ (3) Kurzmeldungen Sozialversicherung Rürup, Aerobic, Zahlungstermin und Verfassung * Rentenbeiträge früher fällig Seit Anfang 2006 müssen Unternehmen ihre Rentenbeiträge 15 Tage früher überweisen. Das gilt jedoch nicht für die eigenen Beiträge von freiwillig oder über die KSK Versicherten. Wer dagegen z.B. als freiberuflicher Lehrer oder Selbstständiger mit nur einem Auftrag geber pflichtversichert ist, muss die Überweisung spätestens am drittletzten Werktag des Monats vornehmen - bzw. sich auf eine Ab- buchung zu diesem Termin einstellen. * Rentenversicherungspflicht für Tagesmütter und Aerobictrainer In drei Urteilen vom 22. Juni 2005, die jetzt veröffentlicht wur- den, hat das Bundessozialgericht (BSG) festgestellt, dass auch Ta- gesmütter und Aerobictrainerinnen unter die gesetzliche Rentenver- sicherungspflicht für selbstständige Lehrer und Erzieher fallen. Das gilt auch dann, wenn sie keine einschlägige Qualifikation er- worben haben. Begründung und Quellen im vollständigen Artikel: http://www.mediafon.net/meldung_volltext.php3?&id=43e0606cc1998&akt=news_versicherungen * Rürüp-Rente lohnt oft nicht Nach Berechnungen der Zeitschrift FINANZtest lohnt sich die Rürüp- Rente für viele Selbstständige nicht, da die Vorsorgeaufwendungen, die man in der Steuererklärung geltend machen kann, oft schon durch die Krankenversicherung weitgehend aufgezehrt sind. Hintergrundmel- dung und Testkompass der Stiftung Warentest dazu: http://www.stiftung-warentest.de/online/versicherung_vorsorge/test/1314665/1314665/1321542.html * Verfassungsgericht prüft Steuerabzug für Krankenversicherung Mit einem anderen Aspekt desselben Problems muss sich das Bundes- verfassungsgericht befassen: Der Bundesfinanzhof hält es für ver- fassungswidrig, dass Selbstständige bei der Einkommensteuer Kran- kenversicherungsbeiträge bisher nur bis zu 2.400 Euro im Jahr als Sonderausgaben abziehen konnten - obwohl ihr Mindestbeitrag für die freiwillige Versicherung in einer durchschnittlichen gesetzlichen Kasse schon über 3.200 Euro im Jahr liegt. Die komplette Meldung: http://www.mediafon.net/news_steuern.php3?#43ce68e999738 (4) Unfallversicherung Berufsgenossenschaft auf Mitgliedersuche (mediafon, 4. Januar 2006) Die Berufsgenossenschaft (BG) Druck und Papierverarbeitung sucht seit Jahresende offenbar systematisch nach selbstständigen Fotografen und Grafikerinnen, die nicht bei ihr versichert sind, obwohl die gesetzliche Unfallversicherung in die ser BG für beide Berufsgruppen Pflicht ist. Selbstständige Fotografinnen und Grafiker, die einen entspre- chenden Brief erhalten (und noch nicht anderweitig, z.B. in der Verwaltungs-BG) versichert sind, haben keine Wahl: Sie müssen sich in der BG Druck und Papier versichern, was für den Fall von Ar- beitsunfällen und Berufskrankheiten aber ohnehin sinnvoll (und bei privaten Versicherungen längst nicht so günstig zu haben) ist. Eine Befreiung von der Versicherungspflicht ist nicht möglich; auch eine Geringfügigkeitsgrenze gibt es nicht. Eine rückwirkende Versicherung darf die BG allerdings nicht verlangen; gezahlt werden muss erst von dem Zeitpunkt an, an dem der Bescheid eintrifft. In den meisten anderen Berufsgenossenschaften wie z.B. der Ver- waltungs-BG ist die Mitgliedschaft von Selbstständigen, die keine Arbeitnehmer beschäftigen, freiwillig. Der mediafon-Ratgeber zum Thema Berufsgenossenschaften http://www.mediafon.net/ratgeber_haupttext.php3?&id=40e04e3ec1933 (5) Arbeitsmarkt IT-Selbstständige wollen keine Festanstellung (mediafon, 30. Januar 2006) Die überwältigende Mehrheit der Selbst- ständigen in der IT-Branche ist mit ihrer Situation zufrieden und sieht eine Festanstellung nicht als Alternative an. Das ist das Er- gebnis einer Umfrage, die die Zeitschrift c't in Zusammenarbeit mit der Uni-Frankfurt im Dezember veröffentlichte. Danach stieg das durchschnittliche Jahreseinkommen der 997 Befragten im Jahre 2004 zwar nur geringfügig um 1,1 Prozent auf 48.752 Euro – aber selbst in der Einkommensklasse unter 20.000 Euro wünschten sich nur 37 Prozent als Alternative eine Festanstellung. Die hier ermittelten durchschnittlichen Jahreseinkommen der Selbstständigen decken sich im Durchschnitt in etwa mit denen von Festangestellten dieser Branche, die sich nach einer anderen c't- Umfrage je nach Tätigkeit zwischen 32.000 und 71.000 Euro bewegen – bei Selbstständigen allerdings mit einer deutlich stärkeren Sprei- zung: Hier liegen 38 Prozent unter 30.000, aber auch 20 Prozent über 100.000 Euro im Jahr. Stundensätze von mehr als 65 Euro werden von gut 30 Prozent erzielt; 12 Prozent müssen sich dagegen mit 25 Euro und weniger zufrieden geben. Der vollständige mediafon-Artikel: http://www.mediafon.net/meldung_volltext.php3?&id=43ddadf73f8f3&akt=news_allgemein (6) Arbeitsmarkt Mehr Solo-Selbstständige mit weniger Einkommen (mediafon, 7. Februar 2006) Die Zahl der Selbstständigen in Deutschland nimmt weiter zu - ohne dass dies bessere Verdienstmög- lichkeiten für die Mehrzahl der Gründer oder gar neue Arbeitsplätze schafft. Diesen Trend bestätigen auch die neuesten Statistiken: * Im Jahre 2005 ist die Zahl der Selbstständigen erneut um rund 3,3 Prozent gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes machen sie mit gut 4,3 Millionen jetzt bereits 11,3 Prozent der Er- werbsbevölkerung aus. * Auch für 2006 erwartet das Institut für Arbeitsmarkt- und Be- rufsforschung (IAB) einen weiteren Anstieg - allerdings einen ge- ringeren, wegen der zurückgehenden Zahl von Ich-AGs. * Dabei arbeiten nach dem "Gendermonitor Existenzgründung 2004" des Statistischen Bundesamtes vom Januar inzwischen mehr als die Hälfte der Selbstständigen allein; von den neuen hauptberuflichen Gründern und Gründerinnen starten gut drei Viertel ohne eigenes Personal; von den Nebenberuflern sogar 93 Prozent. * In diesem Umfeld entwickelte sich der "Arbeitsmarkt Kultur" nach Feststellung des Deutschen Kulturrats auch im letzten Jahr "immer mehr zu einem Arbeitsmarkt der armen Selbstständigen". Zu diesem Thema finden sich derzeit auf www.mediafon.net folgende Artikel mit weiter gehenden Informationen: * Verarmte Kultur-Selbstständige (29.12.) http://www.mediafon.net/meldung_volltext.php3?&id=43b3c4888375c&akt=news_allgemein_archiv * Anteil Selbstständiger steigt stetig (3.1.) http://www.mediafon.net/news_allgemein.php3?#438db8f393ee1 * Solo-Selbstständige in der Mehrzahl (11.1.) http://www.mediafon.net/news_allgemein.php3?#43c522a9a5a71 (7) "Zweiter Korb" Neuer Angriff auf das Urheberrecht (mediafon, 7. Februar 2006) Die Bundesregierung hat den Gesetzent- wurf für einen "Zweiten Korb" zum Urheberrecht, der letztes Jahr den Neuwahlen zum Opfer gefallen war, wieder aus der Kiste geholt. Und noch verschärft. Zentrale Probleme aus Urhebersicht: * Die Geräteabgaben, aus denen Urheber über die Verwertungsgesell- schaften ihre Vergütungen für erlaubte Privatkopien erhalten, sol- len auf fünf Prozent vom Gerätepreis gedeckelt - und damit gegen über dem heutigen Stand faktisch um 80 Prozent gesenkt werden. * Das Verbot von Vereinbarungen über unbekannte Nutzungsrechte soll ersatzlos gestrichen werden; in bestimmten Fällen sollen die Verwerter diese Rechte sogar automatisch und rückwirkend bis 1966 bekommen. * Dafür fehlen lange geforderte Regeln wie der doppelte Schadener- satz bei Urheberrechtsverletzungen und eine Gleichstellung elektro- nischer Pressespiegel mit den papiernen. Gegen die Senkung der Geräteabgaben hat sich ein Bündnis for miert, das von ver.di bis zum Zeitungsverlegerverband reicht. Auf www.mediafon.net finden sich derzeit folgende Artikel mit wei- ter gehenden Informationen zum Thema: * dju kritisiert Entwurf für neues Urheberrecht (10.1.) http://www.mediafon.net/news_recht.php3?#43c3a520299de * VG Wort gegen Urheberrechtsverschlechterungen (17.1.) http://www.mediafon.net/news_recht.php3?#43cd0b0ccb6b1 * dju bittet um Engagement gegen kalte Enteignung (24.1.) http://www.mediafon.net/news_recht.php3?#43d68aa9e3240 * Urheber und Verleger gegen "Zweiten Korb" (26.1.) http://www.mediafon.net/news_recht.php3?#43d8fe05edcdb * Bundestagsdiskussion zum Urheberrecht (31.1.) http://www.mediafon.net/news_recht.php3?#43e75cce47407 (8) "Folgerecht" Künstler sollen weniger Geld kriegen (mediafon, 26. Januar 2006) Künstler und Künstlerinnen, deren Werke im professionellen Kunsthandel weiter verkauft werden, sollen künf- tig einen deutlich geringeren Anteil vom Verkaufspreis erhalten als bisher. Das sieht ein Gesetzentwurf des Bundeskabinetts vom 25. Ja- nuar vor, der eine entsprechende EU-Richtlinie umsetzt. Statt fünf Prozent vom Verkaufspreis, wie sie bisher in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben sind, soll das "Folgerecht" damit gestaffelt auf 4,0 – 0,25 Prozent begrenzt werden. Bei Verkaufspreisen unter 1.000 Euro gibt es gar nichts mehr; nach oben wird der Künstleranteil auf 12.500 Euro begrenzt. Mehr im vollständigen mediafon-Artikel: http://www.mediafon.net/meldung_volltext.php3?&id=43d931fb42ffc&akt=news_recht (9) Digitales Finanzamt Elektronische Steuererklärung kommt nur langsam voran (mediafon, 7. Februar 2005) Die vollmundige Erklärung der Finanz- verwaltung, seit dem 1.1.2006 könne man alle Steuererklärungen be- triebssystemunabhängig per Internet abgeben, hat sich bei näherem Hinsehen erneut als voreilig erwiesen. Der aktuelle Stand ist: * Umsatz- und Lohnsteuervoranmeldungen (aber keine -erklärungen!) nimmt das neue Portal ElsterOnline betriebssystemunabhängig an - ohne dass man dazu irgendwas auf dem eigenen PC installieren muss. Ein Browser reicht. * Die dazu nötige Registrierung ist online und ohne Signaturkarte möglich - außer in Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig- Holstein, wo man der digitalen Voranmeldung nach wie vor einen un- terschriebenen Papierausdruck hinterherschicken muss. * Für Einkommen-, Umsatz- und Gewerbesteuererklärungen bleibt man dagegen auf die schwerfällige Software ElsterFormular angewiesen, die man beim Finanzamt herunterladen und auf dem PC installieren muss und die nach wie vor nur unter Windows (ab Version 98 SE) läuft. Voranmeldungen kann man damit auch abgeben. * Eine Online-Abfrage des eigenen Steuerkontos ist über ElsterOn- line vorerst nur in Hessen möglich. Das neue Portal ElsterOnline https://www.elster.de/eportal Download der Software ElsterFormular https://www.elster.de/elfo_home.php Der mediafon-Ratgeber zur elektronischen Steuererklärung http://www.mediafon.net/ratgeber_detailtext.php3?&id=43de2d850dafb (10) Umsatzsteuer Keine gravierende Änderung durch Reverse-Charge (mediafon, 6. Januar 2006) Die Bundesregierung plant eine grundle- gende Umstellung des Umsatzsteuersystems auf das "Reverse-Charge- Verfahren", bei dem für größere Rechnungen nicht mehr der Liefe- rant, sondern der (kommerzielle) Empfänger die Umsatzsteuer an das Finanzamt abzuführen hat. Nach Einschätzung des ver.di-Referats Selbstständige wird sich, wenn dieses Verfahren (frühestens) 2008 eingeführt wird, "für Solo-Selbstständige mit typischerweise klei- neren Rechnungen" in der Regel nichts ändern. Benachteiligt würden davon "lediglich Unternehmen, deren Geschäftsmodell der Umsatzsteu- erbetrug ist". Der vollständige mediafon-Artikel http://www.mediafon.net/news_steuern.php3?#43be81d5efaf0 (11) Praxistipp: Für Dienstwagen ab sofort Fahrtenbuch führen (mediafon, 2. Januar 2006) Wer seinen Pkw steuerlich als Dienstwa- gen führt, ihn aber gleichzeitig für Privatfahrten nutzt, sollte ab 1. Januar unbedingt ein Fahrtenbuch führen. Nach einem Gesetzent- wurf der Bundesregierung vom 20. Dezember soll die pauschale Ab- rechnung von Privatfahrten per "Ein-Prozent-Regel" nämlich rückwir- kend ab 1.1.2006 nur noch zugelassen werden, wenn der Wagen nach weislich zu mehr als 50 Prozent beruflich genutzt wird. Für diesen Nachweis dürfte ein Fahrtenbuch ebenso unumgänglich sein wie für den Nachweis eines konkreten Dienstanteils unter 50 Prozent - an sonsten wird das Finanzamt den privaten Anteil schätzen. Und solche Schätzungen fallen in der Regel wenig rücksichtsvoll aus. Alternativ zum Fahrtenbuch kann man bei hoher privater Nutzung den Pkw wieder zum Privatwagen machen (sprich: den aktuellen Wert als Betriebseinnahme verbuchen) und dienstliche Fahrten einzeln mit pauschal 30 Cent pro gefahrenem Kilometer ansetzen. Mehr im vollständigen mediafon-Artikel http://www.mediafon.net/news_steuern.php3?#43b931fe02c58 Der mediafon-Ratgeber zum Thema Dienstwagen http://www.mediafon.net/ratgeber_detailtext.php3?&id=40e98087d2e8e (12) Kurzmeldungen Verzugszinsen, Umsatzsteuer, Newsletter, Gesundheit und GPL * Gesetzliche Verzugszinsen jetzt 9,37 Prozent Die Bundesbank hat den Basiszinssatz zum 1.1.2006 von 1,17 leicht auf 1,37 Prozent angehoben. Die Verzugszinsen, die von kommerziel- len Kunden ohne weitere Vereinbarung oder Mahnung ab dem 30. Tag nach Zustellung der Rechnung erhoben werden können, liegen damit bei 9,37, bei Privatkunden bei 6,37 Prozent - hier jedoch nur, so- fern das vertraglich oder in den AGB vereinbart war). Mehr: http://www.mediafon.net/ratgeber_detailtext.php3?&id=40e957026bccf * Ermäßigte Umsatzsteuer bleibt bei 7 Prozent Die Bundesregierung hat auf ihrer Genshagener Klausurtagung am 10. Januar beschlossen, den ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7 Pro- zent, der unter anderem für künstlerische Darbietungen, Kunst-Ori- ginale und urheberrechtlich geschützte Leistungen gilt, unverändert zu lassen. Der Regelsteuersatz wird im Jahr 2007 um 3 auf 19 Pro- zent angehoben. * Neue GPL zur Diskussion vorgelegt Die Free Software Foundation (FSF) hat einen überarbeiteten Entwurf ihrer General Public Licence (GPL) vorgelegt. Unter der aktuellen GPL aus dem Jahr 1991 werden beispielsweise das Betriebssystem Li- nux und der Firefox-Browser produziert. Grundregel bleibt die freie Weitergabe der Software und des Quellcodes, womit die GPL mit jeder Art von Digital Rights Management (DRM) unvereinbar bleibt. Der Entwurf zum Download (Englisch): http://gplv3.fsf.org/draft * Neuer Newsletter zur ver.di-Selbstständigenarbeit Weil die Selbstständigenarbeit von ver.di weit über mediafon hin ausgeht, gibt es nun einen weiteren Newsletter, der über die Posi- tionen, Aktivitäten und Erfolge der ver.di für ihre 31.000 selbst- ständigen Mitglieder berichtet. Bestellungen an selbststaendige@verdi.de - bitte ver.di-Mitgliedsnummer angeben, der Newsletter ist exklusiv für Mitglieder. * Tagung zum Gesundheitsschutz Selbstständiger Das Projekt selbstständig&gesund, an dem mediafon beteiligt ist, veranstaltete im November 2005 eine Fachtagung. Seitdem finden sich auf der Projekt-Website www.selbststaendig-und-gesund.de viele le- senswerte Hintergrunddokumente zum Thema. Am übersichtlichsten las- sen sie sich inhaltlich eingebunden aus der Tagungsdokumentation aufrufen. Flyer mit einem generellen Überblick über das Projekt: http://www.selbststaendig-und-gesund.de/download/projektflyer_selbststaendig_gesund.pdf (13) Neue Publikationen Marktstudie und Kulturbroschüre für Dolmetscher (mediafon, 7. Februar 2006) Die "Assoziierten Dolmetscher und Über setzer in Norddeutschland" (ADÜ Nord) haben ihre aktuelle Honorar- studie vorgelegt: ADÜ Nord (Hrsg.) Honorarstudie Auskommen mit dem Einkommen? Ergebnisse der Honorarumfrage 2004/2005 unter freiberuflichen Über setzern und Dolmetschern mit der Arbeitssprache Deutsch Norderstedt: Books on Demand 2005 172 Seiten, ISBN 3-8334-3343-4, Preis 45,80 Euro inkl. Versand, Bestellungen über http://www.adue-nord.de/publikationen/bestellung.formular.html (Einige Zahlenangaben daraus finden sich in der mediafon-Meldung http://www.mediafon.net/meldung_volltext.php3?&id=43146f4f43d53&akt=news_allgemein Neu aufgelegt hat der ADÜ Nord die Broschüre "Andere Länder, andere Sitten - Dolmetscher und Übersetzer als Kulturmittler". Sie bietet - nicht nur für Dolmetscher - einen Leitfaden, wie man interkultu- relle Begegnungen erfolgreich gestalten, Fettnäpfchen vermeiden und seinen Partnern eine Freude machen kann. Neben einem allgemeinen Kapitel behandelt sie speziell die sieben Länder Estland, Frank- reich, Großbritannien, Kasachstan, Russland, Spanien und die USA. ADÜ Nord (Hrsg.) Kulturbroschüre Andere Länder, andere Sitten Tipps zur Vermeidung von Fettnäpfchen in anderen Sprachen und Kul- turen mit amüsanten Beispielen 64 Seiten, Fünferpack 5,80 Euro inkl. Versand, Bestellungen wie oben oder kostenloser Download auf http://www.adue-nord.de/publikationen/kulturbroschure.html (14) Veranstaltungen Texte, Töne, Kunden. Und die Verträge dazu mediafon sammelt und publiziert auf seiner Website Hinweise auf Fortbildungsveranstaltungen, Seminare, Diskussionsrunden, Stammti- sche, Kongresse... Auf http://www.mediafon.net/termine.php3 finden sich unter anderem Veranstaltungen zu Themen wie * Verträge und Verhandlungen für IT- und Medienberufe, * Neue Gesetze für Selbstständige und Existenzgründer, * Buchveröffentlichungen nur mit Vertrag, * Selbstmarketing und Kundenakquise für IT- und Medien-Freelancer, * Selbstvermarktung freier journalistischer Arbeit, * Existenzgründung für Einzel- und Mikrounternehmen, sowie Stammtische für freie Journalistinnen, Übersetzer, Lektorin nen, Künstler, Onliner und andere mehr. Außerdem finden in diesem Jahr vier ver.di-Seminar speziell für Selbstständige statt: * Texte - Töne - Bilder digital (23. - 27.4.), * Der Einstieg in den Umstieg (6. - 8.6.), * Leicht (neue) Kunden gewinnen (12. - 14.6.), * Was Selbstständige für ihren Beruf wissen müssen (Termin steht noch nicht fest). Mehr auf http://www.mediafon.net/upload/t4374a428d7be8_verweis1.pdf Weiter zu beachten: * Bildredakteur ade?? - FotografInnentag der dju (Hannover 24.3.), * Grotesk. ver.di-Tage der Typographie (Lage Hörste 15. - 18.6.). Wer selbst Veranstaltungen für den Terminkalender vorschlagen will, kann dies tun auf http://www.mediafon.net/termine_vorschlagen.php3. Wir bitten, von diesem Angebot regen Gebrauch zu machen - aller dings veröffentlichen wir keine Termine und Links, die nicht spezi- ell für die mediafon-Zielgruppe relevant sind. Zum Beispiel bleibt die Flut von allgemeinen Angeboten zum Thema Existenzgründung, die nicht speziell auf Solo-Selbstständige zugeschnitten sind, bei me- diafon unberücksichtigt. (15) Nicht vergessen Termine in den nächsten zwei Monaten Ab 1. Januar: Die Buchhaltungsunterlagen und -belege für das Jahr 1995 (und frü- her) können weggeschmissen werden. "Sonstige für die Besteuerung bedeutsame Unterlagen" wie Korrespondenz und Ähnliches können bis einschließlich 1999 vernichtet werden. 10. Februar: Vierteljährliche Umsatzsteuer-Voranmeldung (mit Dauerfristverlänge- rung) für das 4. Quartal 2005. 28. Februar: Letzter Termin für Leute, die sich am 1.2. selbstständig gemacht haben, die "freiwillige Arbeitslosenversicherung" zu beantragen. 10. März: Einkommensteuer-Vorauszahlung 15. März: Gewerbesteuer-Vorauszahlung 10. April: Vierteljährliche Umsatzsteuer-Voranmeldung (ohne Dauerfristverlän- gerung) für das 1. Quartal 2006. (16) Newsletter bestellen, ändern und abbestellen Der mediafon Newsletter kann im Internet abonniert und abbestellt werden: http://www.mediafon.net/news_newsletter.php3 Wer nur seine Mail-Adresse für den Newsletter ändern möchte: Bitte dort den Newsletter für die alte Adresse ab- und für die neue neu bestellen. So einfach ist das! Bei (Um-)Bestellungen bitte beachten: Die Belieferung startet nicht mehr automatisch! Die Bestätigungsmail, die das System ver- sendet, muss vorher beantwortet werden. Alte Newsletter werden archiviert auf http://www.mediafon.net/news_newsletter.php3. (17) Impressum Wir freuen uns über jede Art von Hinweisen und Links auf den News- letter oder auf einzelne Artikel. Wer allerdings komplette Artikel aus dem Newsletter verbreiten will, muss uns unbedingt vorher fra- gen. Sonst wäre das nämlich eine Urheberrechtsverletzung - selbst wenn der Artikel "nur" in Mailinglisten oder Foren verbreitet wird. Und was dann zwangsläufig folgt, steht im mediafon-Ratgeber unter http://www.mediafon.net/ratgeber_detailtext.php3?&id=40e971f65c725. Zum Newsletter und zur Aktualisierung der mediafon-Website kön- nen alle Leserinnen und Leser beitragen: Auf den News-Seiten und unter http://www.mediafon.net/news_vorschlagen.php3 kann man sogar selbst Meldungen schreiben (deren Freigabe sich mediafon freilich vorbehält). Weitere Anregungen nehmen wir unter newsletter@mediafon.net gern entgegen. Diese Adresse aber bitte nicht für Anfragen benutzen - dafür ist das richtige Postfach info@mediafon.net. Der Newsletter wird herausgegeben von: mediafon GmbH, c/o ver.di - Referat Selbstständige Paula-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin Tel. 0180 5 754444, Fax: 030 26366-1414 Redaktion: Gunter Haake (V.i.S.d.P.) mediafon ist eine Tochterfirma der Vereinten Dienstleistungsgewerk schaft ver.di (http://www.verdi.de). Abo-Zahl dieser Auflage: 7.150